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Westliche Smaragdeidechse (Lacerta Bilineata): Suche

Wer Informationen über Westliche Smaragdeidechsen (Lacerta bilineata) sucht, oder einfach nur schöne Fotos, ist hier richtig. Was als kleines Fotoprojekt begonnen hat, um mir während des Covid Lockdowns die Zeit zu vertreiben, ist mittlerweile zum online "Smaragdeidechsen-Lexikon" geworden, in dem der Suchende alles über die faszinierenden und wunderschönen Reptilien findet: Verbreitung, Ernährung, Habitat, Verhalten, Lebenserwartung und eine ausführliche Beschreibung der Art sowie Anekdoten über meine eigenen Erlebnisse und Beobachtungen. Und natürlich vor allem: viele, viele Fotos :-)

22 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • Smaragdeidechsen im Maggiatal

    Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), Männchen beim Sonnenbad, Maggiatal, Tessin, Schweiz (09-2023) Das Maggiatal im Kanton Tessin (Schweiz) ist unter Natur- und Reptilienfans bekannt für seine beträchtliche Population an Smaragdeidechsen (Lacerta bilineata), selbst hatte ich diese allerdings bisher noch nie beobachten können. Im September 2023 hatte ich dann endlich mal die Gelegenheit, eine kurze Wanderung in diesem Naturparadies zu machen, und trotz nicht idealer Wetterbedingungen (der Himmel war mehrheitlich bewölkt), konnte ich die wunderschönen Smaragdeidechsen des "Vallemaggia" aus nächster Nähe beobachten und fotografieren. Eine ebenfalls naturbegeisterte Freundin hatte mich zu dieser Wanderung eingeladen, und der von ihr vorgeschlagene Pfad führte uns zwischen vielen Ruinen und mehrheitlich verlassenen "Rustici" - so nennen die Einheimischen die uralten Steinhäuser, welche typisch für das Tessin sind - hindurch. Und es sind insbesondere die Trockenmauern dieser zerfallenden Bauten, welche hervorragende Bedingungen für Eidechsen bieten. Perfekte Bedingungen für Smaragdeidechsen: Rustici im Maggiatal, Tessin (Schweiz) Die alten Mauern und Steinhaufen bieten den Tieren ideale Versteckmöglichkeiten und Plätzchen, um sich an der Sonne aufzuwärmen, und da auch viele Pflanzen und Flechten zwischen den Steinen wachsen, sind die Smaragdeidechsen hier trotz ihrer intensiv grünen Farbe gut getarnt. Der ideale Lebensraum für Smaragdeidechsen: Steinhaufen und Ruinen im Maggiatal im Tessin (Schweiz) Ich musste nicht lange warten, bis ich zwischen den Steinen die erste Lacerta bilineata zu Gesicht bekam - ein subadultes Weibchen - ich muss aber gestehen, dass meine äusserst ortskundinge Begleiterin mit jedem Steinhaufen so vertraut war, dass sie genau vorhersagen konnte, wo wir fündig werden würden, und wo nicht. Smaragdeidechse im Maggiatal (Tessin, Schweiz), subadultes Weibchen im September 2023 Smaragdeidechse im Maggiatal (Tessin, Schweiz), subadultes Weibchen beim Aufwärmen auf einem Stein, September 2023 Smaragdeidechse im Maggiatal (Tessin, Schweiz), subadultes Weibchen beim Aufwärmen, September 2023 Selten habe ich so viele Smaragdeidechsen gesehen, wie während dieser kurzen Wanderung im Maggiatal! Trotz des bedeckten Himmels war die Luft noch sommerlich warm, und auf fast jedem Steinhaufen beidseits des Weges fanden sich diese imposanten - die grössten Tiere erreichen Längen von mehr als 40 cm - und aussergewöhnlich schönen Reptilien, die hier erstaunlicherweise kaum Scheu vor Menschen zeigten. Obwohl Smaragdeidechsen im Herbst nicht mehr ganz so auffällig sind, wie während der Paarungszeit im Frühling (von etwa April bis Juni sind Gesicht und Kehle bei den meisten Männchen leuchtend blau gefärbt), war ich beeindruckt von den prächtigen Farben der lokalen Population. Die Tiere fanden sich nicht nur auf den warmen Steinen der Trockenmauern und Rustici entlang des Wegs, auch auf Holzbalken und auf dem trockenen Moos - wo sie besonders gut getarnt waren - konnten wir sie mit etwas Glück entdecken. Je nachdem, was das Habitat gerade bot, passten sie sich an und suchten sich die Stellen, die sich am raschesten erwärmten. Ganz besonders habe ich mich über ein Smaragdeidechsenweibchen gefreut, das in den Blüten eines verwilderten Trompetenstrauchs, der sich über das Dach eines Rustico rankte, nach Nahrung suchte. Auf dem ersten Bild sieht man mich (von meiner Begleiterin mit dem Smartphone aufgenommen), wie ich diese "Blumenechse" zu fotografieren versuche. Und auch nach dieser besonderen Foto-Session wurden wir von vielen weiteren Vertretern dieser aussergewöhnlichen Eidechsenspezies begrüsst, und zwischendurch auch immer mal wieder von den deutlich kleineren Mauereidechsen (Podarcis muralis). Für mich als Naturfreund und Eidechsenfan war diese Wanderung im Maggiatal ein geradezu magisches Erlebnis. Auffällig war die Dichte der Population der Smaragdeidechsen sowie die oftmals fehlende Scheu der Tiere bei Annäherung. Ich erkläre mir beides mit der Abgeschiedenheit des Habitats: es gibt dort weder Katzen (die mit Abstand grösste Bedrohung für Eidechsen in der Schweiz nebst intensiver Landwirtschaft und Habitatsverlust) noch Autos oder Mähmaschinen. In diesem nahezu intakten Ökosystem haben die Eidechsen weniger Grund, schreckhaft zu sein, da ihnen dort sowohl allgemein wie auch insbesondere von Menschen weniger Gefahren drohen. Auffällig war auch, dass wir nur ein Individuum ohne Schwanz sahen; im krassen Gegensatz dazu sehe ich rund um mein Dorf im Malcantone - in dem es sehr viele Katzen gibt - fast keine unversehrten Tiere. Fressfeinde wie Schlangen, Raubvögel, Marder, Wiesel und Fuchs, welche im Maggiatal sicherlich reichlich vorhanden sind, scheinen die Stabilität der dortigen Population nicht zu gefährden, und an die vielen Wanderer haben sich die Tiere offenbar gewöhnt. Ich halte es sogar für möglich, dass sich Smaragdeidechsenpopulationen entlang der stark frequentierten Wanderwege besonders gut entwickeln können, da die ständige Anwesenheit des Menschen die meisten Fressfeinde der Echsen wohl auf Distanz hält. Wie dem auch sei, das Maggiatal hat sich für mich als wahres Smaragdeidechsenparadies entpuppt, und ich kann es kaum erwarten, im Frühling für eine weitere "Expedition" zurückzukehren :-) Smaragdeidechsenmännchen beim Aufwärmen, Maggiatal, September 2023 Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Die Smaragdeidechse: Farbe Und Aussehen

    Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), Männchen mit blauem Kopf und Gesicht und leuchend grünem Körper während der Paarungszeit Die Smaragdeidechse ist mit ihrem blauen Kopf und leuchtend grünen Körper zweifellos die bunteste Reptilienart in Mitteleuropa, jedoch gilt dies nur während der Paarungszeit im Frühling und Frühsommer. Westliche Smaragdeidechsen, Männchen (blau) und Weibchen (türkis), während der Paarungszeit (Maggiatal, Juni 2024) Die beiden in Mitteleuropa heimischen Arten der Smaragdeidechse, Lacerta bilineata (die "Westliche" Smaragdeidechse) und Lacerta viridis (die "Östliche" Smaragdeidechse), zeigen sich nur von ca. Mai bis Juni in ihrer ganzen Farbenpracht. Für den Rest des Jahres sind die Tiere weit weniger intensiv gefärbt und viel schwerer zu entdecken, da sie mit ihrer grünen Grundfarbe im Gras und Gebüsch perfekt getarnt sind. Westliche Smaragdeidechse, Männchen mit unscheinbaren Farben ausserhalb der Paarungszeit (Monteggio TI/CH, August 2021) Westliche Smaragdeidechse, Weibchen mit perfekten Tarnfarben ausserhalb der Paarungszeit (Monteggio TI/CH, August 2021) Der erstaunliche Farbwechsel zum "Hochzeitskleid" vollzieht sich von ca. April bis Juni, mit der ersten Häutung nach der Winterruhe. Besonders ausgeprägt ist der Unterschied zur "normalen" Färbung bei den Männchen, deren Gesicht und Kehle während der Paarungszeit oftmals leuchtend blau oder türkis erscheinen. Männliche Smaragdeidchse (L. bilineata) während der Häutung; die neue Haut ist im Gesicht leuchend blau und türkis, die alte im Vergleich eher farblos (Maggiatal, Juni 2024) Die Weibchen ändern ihre Farbe ebenfalls, wenn auch etwas weniger deutlich. Bei den Färbungen und Farbwechseln von Smaragdeidechsen gibt es allerdings grosse Unterschiede, sowohl regional als auch innerhalb derselben Population. Insbesondere bei den Weibchen ist es schwierig, in freier Wildbahn zu bestimmen, welche Muster und Färbungen allenfalls eher auf individuelle oder regionale Variationen zurückzuführen sind, unabhängig der Jahreszeit. Weibliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) mit ungewöhnlicher Zeichnung (Maggiatal, Juni 2024) Es sei denn, man kann dasselbe Individuum während verschiedener Perioden des Jahres beobachten, und genau das ist mir gelungen. Letzten Herbst habe ich ein Männchen und ein Weibchen fotografiert, die ich im Juni dieses Jahres erneut in ihrem Territorium aufspüren konnte (Smaragdeiechsen sind ausgesprochen ortstreu; zudem hat jedes Tier ein individuelles Schuppenmuster im Gesicht, welches eine eindeutige Identifikation ermöglicht). Hier nun der Vergleich zwischen September 2023 und Juni 2024; einmal unscheinbar im perfekten Tarnkleid - einmal farbenprächtiges Juwel: Männliche Westliche Smaragdeidechse im Herbst 2023 mit unauffälliger Färbung (Maggiatal, Tessin, Schweiz, September 2023) Dasselbe Smaragdeidechsenmännchen wie im Bild oberhalb, aber hier im Frühsommer während der Paarungszeit fotografiert (Maggiatal TI/CH, Juni 2024) Weibliche Smaragdeidechse der Art Lacerta bilineata, ausserhalb der Paarungszeit im Herbst (Maggiatal TI/CH, September 2023) Weibliche Smaragdeidechse, dasselbe Individuum wie im Foto darüber, hier aber während der Paarungszeit im Juni fotografiert (Maggiatal, TI/CH, Juni 2024) Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Was Fressen Eidechsen?

    Mauereidechse (Podarcis muralis) beim Fressen einer Kirsche (Monteggio TI/CH, Juni 2024) Eidechsen sind nicht besonders wählerisch und fressen so ziemlich alles Getier, was in ihr Maul passt: Käfer, Fliegen, Raupen, Würmer und dergleichen stehen allesamt auf ihrem Speiseplan. Sie fressen auch sehr gerne Schnecken, daher sollten sich nicht nur Reptilienfreunde darüber freuen, wenn diese faszinierenden Nützlinge im eigenen Garten leben. Aber obwohl sich Eidechsen hauptsächlich von tierischer Kost ernähren, verschmähen sie auch eine süsse, saftige Beere - oder Kirsche, wie auf dem Foto zu sehen - nicht, wenn sie mal darauf stossen. Mauereidechse (P. muralis) frisst Raupe von Admiral (Vanessa Atalanta), Monteggio (TI/CH), Oktober 2022 Junge Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) frisst Käfer, Monteggio (TI/CH), Juni 2022 Mauereidechse (Podarcis muralis) mit erbeutetem Käfer, Monteggio (TI/CH), Juni 2023 Mauereidechse (Podarcis muralis) verspeist Kirsche, Monteggio (TI/CH), Juni 2024 Mauereidechse (Podarcis muralis) beisst in Kirsche, Monteggio (TI/CH), Juni 2024 In der Regel suchen unsere in Mitteleuropa heimischen Eidechsen (Mauereidechse, Zauneidechse, Waldeidechse und Smaragdeidechse) den Boden nach Essbarem ab, wobei sie ständing züngeln, da sie mit ihrer Zunge riechen. Männliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) beim Suchen nach etwas Fressbarem im Gras, Monteggio (TI/CH), Mai 2022 Wenn es sein muss, sind Eidechsen aber durchaus flinke Jäger, da sie hervorragend klettern und auch springen können. Ich habe sogar schon beobachten können, wie eine junge Smaragdeidechse ein Insekt mit einem Sprung direkt aus der Luft schnappte. Junge Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) frisst Wespe, Monteggio (TI/CH), Juni 2022 Aufwändiges Jagen, welches viel Energie verbraucht, ist jedoch selten nötig, da die meisten Beutetiere von Eidechsen nicht besonders schnell unterwegs sind. Eidechsen trinken auch gerne, und gerade wenn es heiss ist, hilft man ihnen, wenn man ihnen ein flaches Schälchen mit Wasser in den Garten stellt (möglichst im Schatten und unter Pflanzen verborgen, damit sie beim Trinken nicht von Katzen entdeckt werden). Ansonsten nehmen Eidechsen Flüssigkeit über ihre Nahrung auf. Mauereidechse (Podarcis muralis) leckt sich das Maul nach dem Fressen Letztlich hängt das Fressverhalten aber auch von der Grösse der Eidechse ab: je grösser die Eidechse, desto grösser auch mögliche Beutetiere. Und ja, auch die eigenen Artgenossen werden - wenn auch selten - verschlungen. Kannibalismus bei Mauereidechsen (Podarcis muralis) - grosses Männchen frisst kleineres Weibchen, Monteggio (TI/CH), Mai 2022 Eine grosse Mauereidechse (Podarcis muralis) hat ihre eigene Artgenossin verschlungen, Monteggio (TI/CH), Mai 2022 Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Eine Grüne Eidechse Gesehen? Das War Eine Smaragdeidechse

    Grüne Eidechse von beachtlicher Grösse: die Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) mit dem während der Paarungszeit typischen blauem Kopf (ausgewachsenes Männchen) Falls Sie eine grosse, grüne Eidechse gesehen haben, und sich nun fragen, was das für ein Reptil war, die Antwort lautet ziemlich sicher: das war eine Smaragdeidechse. Und falls sie das Tier in Deutschland, der Schweiz, Frankreich oder Italien gesehen haben, dann handelte es sich um eine Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata). Ziel dieses Beitrags ist es, alle Informationen über diese beeindruckenden, leuchtend grünen Echsen mit möglichst vielen Fotos in einem kurzen Portrait zusammenzufassen: Aussehen, Verhalten, Verbreitung, Ernährung und vieles mehr. Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) in meinem Garten beim Sonnenbaden Die Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) ist eine grosse, grüne Eidechsenart, wobei die männlichen Tiere oftmals einen blauen Kopf aufweisen. Gesicht und Kehle ist auch bei den weiblichen Tieren nicht selten türkis oder bläulich - insbesondere im Frühling während der Paarungszeit - die Farben sind aber meist weniger intensiv als bei den Männchen. Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), Weibchen während der Paarungszeit Westliche Smaragdeidechsen (Lacerta bilineata) während der Paarungszeit, links mit blauem Kopf das Männchen, rechts mit türkisem Kopf das Weibchen Das natürliche Verbreitungsgebiet der ca. 30 - 45 cm langen Reptilien reicht vom Norden Spaniens bis nach Italien, die Art kommt jedoch nicht flächendeckend vor. So sind in Deutschland nur vereinzelte Populationen in Rheinland-Pfalz (mittleres Rheintal sowie entlang der unteren Mosel und der Nahe) und in Hessen (Lohntal) dokumentiert. In der Schweiz findet man die Eidechsenart nur in den südlichen Gebieten: im Tessin, im Wallis, in Genf und Chablais vaudois sowie in den Bündner Südtälern. Die Westliche Smaragdeidechse unterscheidet sich äusserlich kaum von der Östlichen Smaragdeidechse (Lacerta viridis), welche Österreich und das gesamte Südosteuropa besiedelt. Verwechselt wird sie zudem oftmals mit den Männchen der Zauneidechse (Lacerta agilis), die zwar auch grün sind, aber erheblich kleiner. Der lateinische Name "Lacerta bilineata" bedeutet "Eidechse mit zwei Linien", was sich auf die besonders bei jungen bis subadulten Smaragdeidechsen ausgeprägten hellen Linien auf dem Rücken bezieht. Diese Linien verschwinden meist innerhalb von 1 bis 2 Jahren. Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), Jungtier mit den typsichen hellen Linien auf dem Rücken Allerdings können diese Linien bei weiblichen Tieren manchmal auch im erwachsenen Alter erhalten bleiben. Allgemein ist bei den Weibchen das Aussehen im Gegensatz zu den Männchen äusserst variantenreich. Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), Weibchen mit Flecken und Linien, was etwas weniger häufig vorkommt, als der "klassische" Typus im Bild direkt darunter Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), Weibchen mit "klassischer" Färbung ausserhalb der Paarungszeit Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), Weibchen mit eher seltener hellgrüner Färbung und einem Muster aus Flecken und weissen Linien Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), Weibchen mit dunkelgrüner Färbung, Flecken und Linien, was deutlich weniger häufig vorkommt, als der "klassische" Typus Weibliche Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), "klassische" Färbung während der Paarungszeit Die Männchen sind etwas grösser und auch massiger als die Weibchen und im Aussehen viel einheitlicher. Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), Männchen während der Paarungszeit im Frühling Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), Männchen ausserhalb der Paarungszeit im Herbst Westliche Smaragdeidechsen ernähren sich vorwiegend von wirbellosen Tieren wie Schnecken, Insekten oder Würmern. Wie die meisten Eidechsen sind sie aber Opportunisten und fressen auch andere kleine Tiere, sofern diese in ihr Maul passen; hin und wieder werden auch Beeren gefressen. Als Habitat bevorzugen sie eine Mischung aus Gebüsch und offenen Flächen; Waldränder oder Hecken entlang eines gut besonnten Wegs sind ideal. Mit ca. 2 Jahren sind Westliche Smaragdeidechsen ausgewachsen, wobei ihre Lebenserwartung vermutlich 10 - 15 Jahre beträgt. Für den Menschen sind diese wunderschönen Echsen komplett ungefährlich und im Garten als Schneckenjäger sogar Nützlinge. Sie sind je nach Region zwar meistens sehr scheu, aber ab ca. März/April lassen sich die wechselwarmen Reptilien bei gutem Wetter besonders am Morgen gut beobachten, wenn sie sich auf einem Stein oder Stück Holz an der Sonne aufwärmen. Eine ausführliche Beschreibung der Spezies mit vielen zusätzlichen Informationen, Fotos und Filmaufnahmen finden Sie hier. Frisch geschlüpfte Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) beim Sonnenbad auf einer Mauer Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Schwalbenschwanz (Papilio Machaon) erfolgreich in meinen Garten im Tessin in der Schweiz gelockt

    Schwalbenschwanz (Papilio machaon), beim ersten "Strecken" der Flügel nach dem Schlüpfen aus der Puppe, fotografiert in meinem Garten im Tessin (06-2022) Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) ist ein Schmetterling in der Familie der Ritterfalter (Papilionidae); mit bis zu 8 cm Flügelspannweite gehört er zu den grössten und schönsten Tagfaltern Mitteleuropas. In unseren Breitengraden (Schweiz, Deutschland, Österreich) lockt man ihn am besten mit Doldengewächsen (Apiaceae) wie dem Fenchel und der Karotte in den Garten; die Raupen fressen aber auch Pflanzen, die ähnliche chemische Inhatsstoffe besitzen, wie z.B. die Weinraute (Ruta graveolens). Die ausgewachsenen Falter mögen besonders gern die Blüten des Rotklees, bzw. Wiesenklees (Trifolium pratense), deren Nektar sie trinken. Der Schwalbenschwanz auf dem Foto oben ist gerade aus der Puppe geschlüpft und streckt noch seine Flügel. Ich hab ihn in meinem Garten im Tessin in der Schweiz fotografiert, aber hinter dem Foto steckt eine lange Geschichte, die ich hier kurz erzählen will ;-) Der wunderbar ungezähmte Naturgarten rund um mein Ferienhaus im Tessin, aus dem alle Fotos auf meiner Webseite stammen (OK, FAST alle: einige wenige hab ich ein paar Meter ausserhalb gemacht, aber mit Blick auf den Garten 😉), war schon seit einigen Jahren zum Streitobjekt zwischen mir und meiner Mutter geworden. Der Grund für diesen Konflikt war der obere Teil des Gartens, welcher von meiner lieben Mutter ursprünglich als Gemüsebeet konzipiert worden war. Nachdem ich ihn jedoch "geerbt" hatte, war Mama's geliebtes Gemüse- und Kräutergärtchen zu einer (meiner Meinung nach) wunderbaren Oase des reinen botanischen Chaos gewuchert, deren Biodiversität jeden Regenwald vor Neid hätte gelb werden lassen. Mein Garten im Tessin in der Schweiz vor einigen Jahren, im Zustand der kontrollierten Verwilderung Mama passte das gar nicht. Obschon sie grundsätzlich Freude an einer gewissen Wildheit der Natur im eigenen Garten bekundet und ein Herz für so ziemlich alle Viecher - mit Ausnahme der braunen Nacktschnecken - hat, gibt es bei ihr (ganz im Gegensatz zu mir) eine rote Linie. Diese rote Linie war der Gemüsegarten. Und Frau Mama tat ihre Missbilliung über meine ungenügende Gartenarbeit kund, und zwar deutlich; sie liess keine Gelegenheit aus, das SCHRÖCKLICHE Unkraut zu erwähnen, dass Herr Sohnemann endlich jäten müsste (Ich: "Was denn für Unkraut? Ich gestalte hier ein funktionierendes Ökosystem, Mama!"), bis meine hartnäckige Weigerung sie schliesslich an ihre Grenze brachte. Mama hatte genug. Nun handelt es sich bei der Matriarchin unserer Familie um eine äusserst schlaue Dame von 80 Jahren, deren strategisches Genie und erbarmungslose Beharrlichkeit in der Durchsetzung ihres Willens so manchen James-Bond Bösewicht alt aussehen lassen. Das Haus und der Garten mögen wohl auf einem Blatt Papier mir gehören, aber die Kontrolle darüber würde Mama nie hergeben; ich hätte bessere Chancen gehabt, das Wetter zu beinflussen, als das Schicksal "meines" Gartens - dies hätte mir natürlich klar sein müssen. Mit der kühlen Präzision einer soziopathischen Chirurgin (Mama war bis zur Pensionierung schliesslich als Ärztin tätig), machte sie sich daran, ihren diabolischen Plan auszuführen. Eines Tages, als ich für ein paar Wochen arbeitshalber nicht ins Tessin konnte, ließ Mama mir eine E-Mail folgenden Inhalts zukommen: Sie hätte beschlossen, meinen garstigen Unkrautdschungel in eine Blumenwiese zu verwandeln. Ich könnte nichts dagegen tun, denn sie habe bereits eine örtliche Gartenbaufirma damit beauftragt, den oberen Teil des Gartens einzuebnen. Einmal planiert, würde der Gärtner dann - und dies beschrieb sie mit offensichtlichem Genuss - die wunderbarsten und schönsten Wildblumen pflanzen und somit meinen hässlichen Unkrautdschungel in ein blühendes Paradies verwandeln. Man kann sich vorstellen, dass ich über diese Nachricht ganz und gar nicht erfreut war, aber ich konnte nichts tun; Mama hatte mich mit ihrem Schachzug matt gesetzt, weshalb mir nichts anderes übrig blieb, als das traurige Schicksal meiner wunderbaren Oase der Artenvielfalt zu akzeptieren. Nach dieser E-Mail schien meine Mutter den Kontakt zu mir etwas zu meiden, und wenn wir uns mal kurz sahen, erwähnte sie den Garten mit keinem Wort. Das kam mir nicht auffällig vor, denn ich nahm an, dass sie sich - zu Recht - wenigstens ein kleines bisschen schuldig fühlte. Ein paar Wochen später fuhr ich endlich wieder ins Tessin und war gespannt auf Mamas Blumenwiese: das "blühende Paradies", das sie in ihrer Nachricht ja geradezu besungen hatte. Und ich muss zugeben, als ich beim Haus ankam, fiel mir tatsächlich die Kinnlade herunter. Allerdings vor Schreck - nicht vor ehrfürchtigem Staunen ob einer blumigen, blühenden Farbenpracht: denn da waren weder blühende Blumen noch prächtige Farben. Mir offenbarte sich ein Bild des rasigen Grauenns: statt einer Blumenwiese war da ein geometrisch präzise ausgelegter, hässlicher Stoppelrasen, der sich aufgrund des fehlenden Regens in den letzten Wochen bereits bräunlich-gelb verfärbt hatte und somit eher an die Farben einer schlecht gereinigten Kloschüssel erinnerte, denn an die Farbenpracht eines "blühenden Paradieses". Von Artenvielfalt ganz zu schweigen - nicht mal Ameisen hatten Lust auf diese vertrockneten Stoppeln. Der ehemalige Gemüsegarten, nachdem meine Mutter "aus Versehen" einen Rollrasen darüber legen liess Nun muss man wissen, dass das Italienisch meiner Mutter nicht besonders gut ist (böse Zungen würden vielleicht eher behaupten, es sei sogar so schlecht, dass bezweifelt werden muss, ob sie es überhaupt spricht), und wie sich herausstellte, gab es ein "kleines" Missverständnis. So hat der örtliche Tessiner Gärtner, nachdem er meine Oase des botanischen Chaos und der Artenvielfalt eingeebnet hatte, keine prächtigen Wildblumen gepflanzt, sondern stattdessen einen Rollrasen verlegt. Einen Rollrasen von der Art, wie er für sterile Fußballfelder verwendet wird. OK (werden Sie, liebe Leser, an dieser Stelle sagen): "Sad Story, Bro - aber was hat das mit dem Schwalbenschwanz auf dem Foto zu tun?" Die Antwort lautet: alles. Im vergangenen Herbst und den ganzen Frühling hindurch hab ich gesäht und gepflanzt und geschaufelt und gegraben wie ein Besessener; ich hab sogar meine Freunde angestiftet, mir bei meinen (halblegalen) Verpflanzungsaktionen zu helfen. Unter anderem hab ich mir Feldskabiosen, Rotklee, Wiesenmargheriten, Natternkopf, Salbei, Thymian und Lavendel in den Garten geholt, zudem Fenchel und Wilde Möhren als Futterpflanzen für die Raupen von eben genau diesem wunderschönen Schwalbenschwanz auf dem Bild oben. Dieselbe Ansicht des Gemüsegartens wie im vorigen Bild, aber nachdem ich Kräuter, Blumen und Fenchel gepflanzt habe Dies war mein verzweifelter Versuch, die Verwüstung rückgängig zu machen, die der Zorn meiner Mutter über die Erde gebracht hatte (nun ja, mindestens über die Erde meines verwilderten Gemüsegartens ;-) und diese pissgelbe (bzw. kackbraune) Rasenwüste wieder in eine Oase der Artenvielfalt und des bunten botanischen Chaos zu verwandeln. Und es hat tatsächlich geklappt! Seit diese Pflanzen zu blühen begonnen haben, ist mein Garten wieder zum Magnet für alle Arten von Schmetterlingen und Insekten geworden, sogar für seltene Spezies - und natürlich für meinen liebsten Gast und Besucher: den Schwalbenschwanz. Schwalbenschwanz auf Rotklee Diese prächtigen Schmetterlinge sind nun Dauergäste in meinem Garten; zudem haben sie meine Einladung dankbar angenommen und das Fenchel-/Möhrenbeet ist nun eine Kinderstube für niedliche Schwalbenschwanz-Raupen. Und wer nun denkt, hier sei ein neuer Konflikt mit Frau Mama vorprogrammiert - weit gefehlt. Ganz im Gegenteil, denn einmal mehr hat die schlaue Matriarchin ihren Kopf durchgesetzt (so wie das alle Mütter dieser Welt seit Anbeginn der Zeit tun und immer tun werden - macht euch nichts vor, liebe Kinder ;-) Mein Unkraut ist weg, es gibt jetzt tatsächlich eine blühende Blumenwiese - und es hat sogar wieder Gemüse im Garten (obwohl der Fenchel im Moment noch strikt für die Schwalbenschwanzraupen ist 😊). Ich hab den schleichenden Verdacht, dass meine Mutter vielleicht besser Italienisch kann, als sie sich anmerken lässt... Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Eine Vogelspinne In Der Schweiz: Die Tapezierspinne

    Einheimische "Vogelspinne": die Gemeine Tapezierspinne (Atypus affinis) kommt auch bei uns vor Vogelspinnen in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich? Spinnen mit riesigen Giftklauen in Frankreich und Italien, die in Erdhöhlen ihrer Beute auflauern wie ihre tropischen Verwandten - gibt es das? Die Antwort auf diese Frage lautet: jawohl - oder mindestens fast. Ihre Verwandtschaft zu den Vogelspinnen ist ihr anzusehen: Gemeine Tapezierspinne (Atypus affinis) Es gibt in Mitteleuropa zwar keine "echten" einheimischen Vogelspinnen (als Vogelspinnen gelten Spinnen aus der Familie der Theraphosidae), aber es gibt bei uns tatsächlich eine einzige Spinnenfamilie, die zu den Vogelspinnenartigen (Mygalomorphae) und damit zu den engsten Verwandten der Vogelspinnen gehört, und das sind die Tapezierspinnen (Atypidae). Tapezierspinnen (Atypidae) gehören zu den Vogelspinnenartigen (Mygalomorphae), Bild: Gemeine Tapezierspinne (Atypus affinis) Die Tapezierspinnen sind in Mitteleuropa nur mit 3 Arten vertreten (Atypus affinis, Atypus muralis, Atypus piceus), und obwohl sie nicht sehr gross werden (ca. 1.5 - 2 cm), ist ihnen ihre Verwandtschaft mit den Vogelspinnen deutlich anzusehen. Sieht aus wie eine kleine Vogelspinne: Atypus affinis Ihre Giftklauen - die "Cheliceren" - sind im Verhältnis zu ihrem Körper riesig, und wie bei allen Vogelspinnenartigen, stehen sie fast parallel zueinander mit den Spitzen nach vorn gerichtet. Hier sieht man die riesigen Giftklauen - die Cheliceren - der Gemeinen Tapezierspinne Wie bei den Vogelspinnen, sind die Giftklauen der Gemeinen Tapezierspinne fast parallel nach vorn gerichtet Bei den meisten anderen Spinnen sind die Spitzen der Cheliceren nach innen gerichtet, sodass sie wie mit einer Zange zubeissen können. Im Gegensatz zu den Vogelspinnenartigen, haben "Moderne" Spinnen wie Zoropsis spinimana auf dem Foto (auch bekannt als Kräuseljagd- oder Nosferatu-Spinne) Giftklauen, die nicht parallel ausgerichtet sind und wie Zangen eingesetzt werden können Das Gift von Atypus Spinnen ist für Menschen zwar nicht gefährlich (sofern keine allergische Reaktion erfolgt), aber aufgrund der Grösse der Giftklauen kann ein Biss durchaus schmerzhaft sein. Wenn sie sich bedroht fühlt, beisst die Tapezierspinne mit ihren riesigen Giftklauen zu (Foto: Atypus affinis) Mit ihren "Hauern" möchte man keine Bekanntschaft machen: Atypus affinis Die Giftklauen unserer "kleinen Vogelspinne" sind wahrlich furchteinflössend: sie machen beinahe ein Drittel der Körpergrösse aus! Auf diesem Foto sieht man eindrücklich, wie gross die Giftklauen der Gemeinen Tapezierspinne im Verhältnis zum Rest des Körpers sind Und auch die Lebenserwartung der Familie Atypus ist beeindruckend; wie ihre exotischen grossen Verwandten leben sie nämlich deutlich länger, als unsere herkömmlichen Spinnen, welche selten älter als 1-3 Jahre alt werden. So können Atypus Weibchen bis 10 Jahre alt werden. Jedoch bekommt man Taperzierspinnen fast nie zu Gesicht, denn wie die meisten Vogelspinnen, leben auch Tapezierspinnen in Erdhöhlen. Diese "tapezieren" sie mit Seide; das Netz ist somit wie ein "Strumpf" bzw. Schlauch angelegt. Am oberen Ende geht die Höhle in den Fangschlauch über, der knapp über der Erdoberfläche liegt, und mit eingewobenem Material wie Blättern gut getarnt ist. Läuft ein Beutetier, z.B. ein Insekt, darüber, wird es von der Spinne mit ihren riesigen Giftklauen durch das Netz hindurch ins Innere des Fangschlauchs gezerrt; dieser wird anschliessend wieder repariert. Wie selten Tapezierspinnen sind, ist schwer zu sagen (in Deutschland gelten sie als bedrohte Art), da man sie aufgrund ihrer mehrheitlich unterirdischen Lebensweise schwer findet und fast nie sieht. Die Spinne auf dem Foto habe ich aussergewöhnlicherweise im Hauseingang meines Ferienhauses im Tessin (Schweiz) gefunden; es hatte zuvor stark geregnet, und ich nehme an, ihre Erdhöhle war überflutet worden und sie suchte ein trockenes Plätzchen. Nach einer kurzen Foto-Session, hab ich das Tierchen wieder in meinem Garten freigelassen. Atypus affinis - Gemeine Tapezierspinne Gemeine Tapezierspinne (Atypus affinis); ihre Familie, die Atypidae, gehört als einzige in Mitteleuropa zu den Vogelspinnenartigen Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Der Eichelhäher (Garrulus Glandarius): Der Vogel Mit Den Blauen Flügeln Demonstriert Seine Schlauheit

    Der Eichelhäher: ein äusserst schlauer Rabenvogel Der Eichelhäher gehört zu den Rabenvögeln, und wie die meisten Vertreter dieser Familie, ist er äusserst intelligent. In meinem Garten hatte ich die Gelegenheit, das Verhalten des listigen Gesellen über einen längeren Zeitraum zu studieren, und was ich sah, war mehr als nur beeindruckend: es war schlicht genial! Dieser Vogel gehört vermutlich zu den schlausten Tieren der Welt. Er kann jedes Geräusch imitieren - zum Besipiel "benützt" er das Fauchen von Katzen oder den Schrei eines Raubvogels um andere Vögel von der Futterstelle zu verjagen (beides habe ich meinem Garten beobachten können) - und zahme Exemplare lernen auch sprechen, wie Youtube-Videos belegen. Die folgende Anekdote aus meinem Garten vermittelt die unglaubliche Cleverness dieser wunderschönen Vögel besonders anschaulich und ist für Hobby-Ornithologen und Naturfotografen vielleicht von Interesse. Es begann damit, dass ich im Januar 2023 die Idee hatte, den kleinen Holzschuppen in meinem Garten als Versteck zu benutzen, um Vögel zu fotografieren. Zu dem Zweck machte ich ein kleines Loch in die Holzwand des Schuppens, gerade gross genug, dass ich mit der Kamera hindurchfotografieren konnte. Die Vögel konnten weder mich noch die Kamera sehen (höchstens allenfalls das Glas der Linse), und zirka zwei Meter von meinem Guckloch entfernt positionierte ich im Garten einen schweren Holzblock, auf welchen ich Sonnenblumenkerne und Nüsse legte. Der Futterplatz befand sich direkt unter meinem Feigenbaum, dessen Äste den Vögeln eine ideale Anflugstelle boten, und schon bald kamen sie in Scharen. Innert kürzester Zeit gelang es mir, die meisten der gefiederten Besucher meines Gartens aus nächster Nähe und in perfektem Detail zu fotografieren (Kleiber, Heckenbraunelle, Hausrotschwanz, Kohl-, Blau-, Tannen- und Sumpfmeise und viele mehr) - aber ein besonders schöner Vogel machte nicht mit. Sie haben es bereits erraten: es war der Eichelhäher. Der stets misstrauische "Wächter des Waldes" - wie der kluge Vogel wegen seines lauten Warnens vor menschlichen Eindringlingen im Wald auch genannt wird - hatte offensichtlich kapiert, dass man bei meinem Futterplatz aus nächster Nähe beobachtet wurde, und das passte ihm ganz und gar nicht. Ich wollte ihn aber unbedingt fotografieren: mit seinen prächtigen blauen Flügeln war er einfach ein zu gutes Motiv - er weigerte sich jedoch standhaft, zu kooperieren. Der Eichelhäher landet auf einem Holzscheit beim Futterplatz (Frühling 2023) Es war mehr als nur frustrierend, und mit der Zeit wurde das begehrte Eichelhäherfoto regelrecht zu meiner Obsession, ohne dass ich dem Erfolg auch nur einen Millimeter näher gekommen wäre. Mehr als einmal konnte ich vom Haus aus durchs Fenster hindurch beobachten, wie Herr Häher auf einen Ast des Feigenbaums direkt über dem "Vogel-Buffet" flog, das Menü kurz inspizierte, dann einen kritischen Blick auf den Holzschuppen warf, und gleich wieder wegflog. Ich nehme an, dass er irgendwann gleich zu Beginn das verdächtige Kamerageräusch gehört hatte - oder er sah mich beim Betreten des Gartenschuppens; auf jeden Fall waren ihm die Samen und Nüsse das Risiko nicht wert, und wahrscheinlich gab es in der Nähe auch weitere Futterstelllen mit demselben kulinarischen Angebot, wo keine Paparazzis lauerten. Ich versuchte ihn auch mit anderen Delikatessen anzulocken: Apfelschnitze, Rosinen, die unterschiedlichsten Nüsse und vieles mehr bot ich Herrn Häher, dieser jedoch machte auf stur und schlug sämtliche meiner Leckerein aus. Ich bin mir bewusst, dass nicht jeder Vertreter der Spezies Garrulus glandarius so kompliziert und fotoscheu ist, aber meiner war eine regelrechte Diva, und verlangte offensichtlich das VIP (oder eher VIB - für Very Imortant Bird ;-) Treatment. Den ganzen Winter über hatte ich kein Glück mit dem Eichelhäher, aber im Frühling versuchte ich es erneut. Als Landei war ich neben vielen Obstanlagen aufgewachsen, und daher wusste ich, dass Kirschen für diese Vögel nahezu unwiderstehlich sind. Als es im Mai endlich die ersten importierten Kirschen in den Läden gab schlug ich sogleich zu, denn das Timing musste passen. Sobald nähmlich die vielen Kirschbäume rund um mein Dorf ebenfalls reife Früchte bieten würden - und das dauerte nicht mehr lange - gab es für den Häher keinen Grund mehr, für seine Leibspeise extra in meinen Garten zu kommen. Ich hatte somit nur ein kurzes Zeitfenster, um mein Wunschmotiv mit Kirschen anzulocken. Ich legte die Früchte auf den Holzblock, und die ersten 2 Tage passierte erst mal gar nichts; ich sammelte die Kirschen jeweils am Abend wieder ein und legte sie in den Kühlschrank, um sie am Folgetag wieder auszulegen. Auch die anderen Vögel im Garten interessierten sich überhaupt nicht für das Obst, was mich etwas überraschte - allerdings habe ich keine Amseln und Drosseln im Garten, sondern ausschliesslich kleinere Vögel, die auf Samen und Nüsse spezialiert sind. Eichelhäher in meinem Garten (Frühling 2024) Der Eichelhäher hatte die Kirschen aber sehr wohl entdeckt - ich hörte ihn jeweils auch in der Nähe aufgeregt rufen - aber der vorsichtige Vogel beobachtete zuerst von einer sicheren Warte aus, ob diese Leckerbissen ganz koscher waren. Erst als er wirklich von deren Harmlosigkeit überzeugt war, schritt er - mit grosser Zurückhaltung und einer präzisen Strategie folgend -  zur Tat. Am dritten Tag fehlte bei meiner abendlichen Inspektion des Futterplatzes eine einzige Kirsche, tags darauf deren zwei, und schliesslich verschwanden jeweils 4 bis 5 Früchte pro Tag. So weit so gut; mein Plan schien zu funktionieren - es gab nur einen Haken. Ich sah den Kirschendieb nämlich nie. Anfangs war ich absichtlich nicht mehr in den Gartenschuppen gegangen, weil ich den Eichelhäher in Sicherheit wiegen wollte, aber ab dem 5. Tag war ich immer wieder im Schuppen auf der Lauer, ohne den Vogel ein einziges Mal vor die Linse zu bekommen, und auch vom Haus aus sah ich ihn nie. Etwa eine Woche lang wiederholte sich dasselbe Szenario: irgendwann während des Tages - allerdings jedesmal um eine andere Tageszeit - verschwanden die Kirschen; immer 4-5 Stück, und immer innert eines Zeitfensters von ca. 10-15 Minuten (dies konnte ich abschätzen, weil ich den Holzblock in regelmässigen, relativ kurzen Abständen kontrollierte), und ausnahmslos zu einem Zeitpunkt, wenn ich nicht im Schuppen war und auch vom Haus aus nicht durchs Fenster schaute. Es war offensichtlich, dass der Eichelhäher die Futterstelle, das Haus und den Schuppen observierte - eine andere Erklärung gab es nicht. Wahrscheinlich positionierte er sich auf einem hohen Baum ausserhalb meines Gartens, von wo aus er mich durch die Fenster hindurch im Haus beobachten konnte, während ich ihn nicht sah. Es war zum Verrücktwerden: Die Akribie und die Heimlichkeit, mit welchen der listige Vogel seine Aktionen plante und ausführte, waren fast schon unheimlich. Er mochte ja eine Diva sein, aber Herr Häher zeigte eine beeindruckende Diszplin: hatte er einmal seine tägliche "Quote" von maximal 5 Kirschen erreicht, kam er nicht mehr zurück, und die restlichen Früchte blieben bis zum Abend auf dem Holzblock liegen. Meine Lage - mindestens aus fotografischer Sicht - war verzweifelt: wenn ich nicht bereit war, den Futterplatz ununterbrochen zu beobachten oder eine Wildkamera zu installieren, würde ich nicht mal eine Schwanzfeder des prächtigen Vogels sehen, so viel war klar. Doch dann hatte ich eine Idee. Dazu muss man wissen, dass ich meine Fotos möglichst natürlich aussehen lassen wollte - ohne sichtbares Vogelfutter im Bild - daher hatte ich von Anfang an drei ästhetisch verwitterte Holzscheite in einer Art Dreieck auf den Futterblock gelegt, und Samen, Nüsse und Kirschen immer in deren Mitte versteckt (etwas unehrlich, zugegeben, aber in der Liebe und in der Fotografie sind alle Tricks erlaubt ;-)  Der schlaue Eichelhäher in meinem Garten (Frühling 2024) Dies bedeutete aber auch, dass ich vom Haus aus durchs Fenster nur die Holzscheite sehen konnte und somit nie mitbekam, wann die erste Kirsche verschwand. Am nächsten Tag legte ich nun jedoch eine einzelne Kirsche gut sichtbar auf eines der Holzscheite - den Rest versteckte ich wie immer dazwischen. Dann ging ich zurück ins Haus; ich machte es mir auf dem Sofa mit dem Laptop bequem und wartete. Immer mal wieder drehte ich den Kopf zum Fenster um zu sehen, ob die Kirsche noch da war. Nach etwa zwei Stunden war es endlich soweit: gerade noch hatte ich ihre Silhouette klar gesehen - und nun war die Kirsche verschwunden. Ich sprang augenblicklich vom Sofa auf und schlich mich aus dem Haus und in den Schuppen, wo meine auf dem Stativ montierte Kamera bereits auf mich wartete. Ich konnte mich kaum halten vor Aufregung und spürte das Adreanlin: ich hatte keine Ahnung, ob mein Plan aufgehen würde (ich wusste ja nicht mal mit Sicherheit, ob wirklich der Eichelhäher die Kirschen holte). Die Logik hinter meiner Idee war die folgende: während der heimliche Kirschendieb damit beschäftigt war, seine "Beute" irgendwo in der Nähe, vermutlich in einem Baum oder Gebüsch, zu verspeisen, war er vielleicht genügend abgelenkt, dass ich in der Zeit unbemerkt in den Schuppen gelangen konnte (dieser liegt gleich gegenüber der Haustür, somit konnte ich ihn bequem innert Sekunden erreichen). Die Spannung war fast unerträglich. Es war heiss, und Schweiss begann mir von der Stirn in die Augen zu laufen, aber ich getraute mich nicht, mich zu bewegen, weil ich überzeugt war, dass der Häher das Rascheln meiner Kleider hören würde. Ich schaute gebannt durch den Sucher, steif wie eine Statue und mit zusammengekniffenen, brennenden Augen, für eine gefühlte Ewigkeit (tatsächlich waren es höchstens 2 Minuten), als der Meisterdieb wie aus dem Nichts auftauchte: wie ein Zaubertrick von David Copperfield stand er plötzlich auf einem der Holzscheite. Der misstrauische Eichelhäher versucht, den nervigen Fotografen zu entdecken (Frühling 2023) Und ja, es war tatsächlich der Eichelhäher: und mit seinem rostroten Gefieder und den leuchtend blauen Flügelseiten sah er einfach nur fantastisch aus! Er machte ein rasche Bewegung mit dem Kopf - dann war er weg. Ich war fassungslos. Alles hatte sich so schnell abgespielt, dass ich nicht mal versucht hatte, mein lang ersehntes Wunschmotiv zu fokussieren - ich stand einfach nur da, beinahe unter Schock. Ich hatte nicht die geringste Chance gehabt, ein Foto zu schiessen. Eine Minute später, während ich noch damit beschäftigt war, mich zu verwünschen, tauchte er wieder auf; ich fummelte an meiner Kamera herum - er war bereits schon wieder weg, bevor ich auch nur die Richtung des Objektivs anpassen konnte. Jetzt begann ich, laut zu fluchen - vor lauter Frust konnte ich einfach nicht anders - aber dem Eichelhäher schien das egal zu sein: während der nächsten paar Minuten kam er noch zwei weitere Male zurück, und alles, was ich am Ende vorweisen konnte, war ein perfekt fokussiertes Foto der Holzscheite - allerdings ohne Vogel. Ich hoffte inständig, er würde nochmal auftauchen, aber er kam nicht mehr; er hatte sich seine üblichen fünf Kirschen geholt, und somit war sein Angriff aufs Buffet für den Tag beendet. Trotz meiner immensen Enttäuschung und meinem Ärger (vor allem über meine eigene Unfähigkeit) war ich extrem beeindruckt: Die Geschwindigkeit, mit welcher mein Gegenspieler seinen Beutezug durchgeführt hatte, war unglaublich. Kein Wunder, hatte ich ihn nie gesehen! So, wie ich normalerweise Tiere fotografiere - ich mache jeweils Einzelaufnahmen und ziele präzise auf die Augen beim Fokussieren - würde ich nie zum Erfolg kommen, das war mir nun klar. Ich musste in den Auto-Modus wechseln und auf Serienaufnahme schalten, in der Hoffnung eines der Bilder würde am Ende scharf genug herauskommen. Am nächsten Tag versuchte ich die neue Strategie, und glücklicherweise funktionierte der Trick mit der einzelnen exponierten Kirsche erneut: kaum sah ich durchs Fenster, dass sie verschwunden war, schlich ich mich wieder in den Schuppen, anscheinend unbemerkt. Und wie am Vortag erschien und verschwand der Meisterdieb so unerwartet schnell, dass ich nicht dazu kam, ihn zu fotografieren. Auch seine nächste Attacke aufs Buffet war zu schnell für mich, aber als er das dritte Mal zurückkam, passte endlich mein Timing: ich zielte und hielt den Finger auf dem Drücker, als würde ich ein Maschinengewehr bedienen, und das Geräusch meiner Schnellfeuer-Salve  -"Trrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr...!" - klang leider auch entsprechend. Duch den Sucher konnte ich sehen, wie sehr das laute Serienklicken den Eichelhäher irritierte - interessanterweise schien ihn dieses Geräusch viel mehr zu stören, als mein Gefluche vom Vortag - in dem Moment war mir dies jedoch egal (wofür ich mich als Naturfreund schäme); ich war komplett im "Jagdmodus", und alles, was zählte, war meine "Trophäe". Diesmal kam der Häher nicht mehr zurück, um sich eine fünfte und letzte Kirsche zu holen, aber ich war mehr als happy: ich war mir sicher, dass ich ihn erwischt hatte. Mit vor Aufregung zittrigen Fingern kontrollierte ich die Aufnahmen. Meine Euphorie löste sich augenblicklich in Luft auf. Selbst auf dem kleinen Monitor der Kamera war deutlich zu sehen, dass die Fotos komplett unbrauchbar waren. Die besten waren völlig unscharf, die schlechtesten ein undefiniertes, verwischtes Durcheinander. Ich war fassungslos. In dem Moment hätte ich die Kamera (und mich selbst) am liebsten gegen die nächste Wand geschmissen. Es stand nun schon mindestens 3:0 für den Häher: der Vogel hatte mich auf jeder Ebene ausgespielt, und ich war mit meinem Latein am Ende. Nochmals den Serienbildmodus zu versuchen machte keinen Sinn; einerseits hatte ich Angst, den Häher damit zu verscheuchen, andererseits war ich zu unerfahren und ungeschickt dafür, und die Resultate würden sich kaum verbessern. Der Eichelhäher merkt, dass er fotografiert wird (Frühling 2023) Ich war mir gewohnt, Reptilien, Rehe und Schmetterlinge zu fotografieren, und im Vergleich zu diesem blitzgeschwinden Satan bewegten die sich geradezu im Schneckentempo. Ich brauchte mehr Zeit; nur schon ein paar Sekunden hätten genügt, aber der schlaue Vogel würde mir die nie geben, das war gewiss. Doch dann kam mir ein Gedanke. Plötzlich wusste ich, wie ich vielleicht eine extra Sekunde (oder zwei) mit dem flinken Kirschenliebhaber herausholen konnte. Am nächsten Morgen legte ich wieder eine einzelne Kirsche auf eines der Holzscheite, aber die übrigen Früchte - diejenigen in der Mitte des "hölzernen Dreiecks" - bedeckte ich nun mit dünnen Zweigen. Nicht komplett, die Kirschen mussten ja gut sichtbar bleiben, aber es waren genug Zweige, dass der Eichelhäher sich nicht mit einer einzigen Bewegung eine Kirsche Schnappen konnte: zuerst musste er die Hindernisse aus dem Weg räumen. Ich ging zurück in Haus und legte mich aufs Sofa neben dem Fenster, dann begann das Warten. Der Eichelhäher kam nicht. Den ganzen Tag über schaute ich regelmässig aus dem Fenster, aber die Silhouette der Kirsche war immer klar zu sehen. Ich befürchtete schon, das laute Geräusch der Kamera am Vortag hätte den Vogel endgültig vergrault und machte mich langsam mit dem Gedanken vertraut, dass es einfach nicht sein sollte: ab einem gewissen Zeitpunkt musste ich der Realität ins Auge schauen. Doch dann, irgendwann am späten Nachmittag, war die Kirsche plötzlich weg. 10 Sekunden später war im Schuppen - und ready. Wenn ich nicht so angespannt gewesen wäre, hätte ich über den verdutzten Gesichtsausdruck des Eichelhähers lachen müssen, als er auf einem der Holzscheite landete: anscheinend hatte er die Zweige vorhin noch nicht bemerkt gehabt. Aber sein kurzes Zögern war alles, was ich brauchte - "Klick!" - und mein erstes Bild war im Kasten. Er hörte das Geräusch und schaute direkt in die Kamera - "Klick!" - und das war mein zweites Foto, das den überraschten Ausdruck auf seinem Gesicht perfekt einfing (beide Bilder vom Frühling 2023 seht ihr oberhalb). Der kluge Vogel brauchte jedoch gerade mal zwei Sekunden, um sich auf die neue Situation einzustellen: mit einer einzigen Schnabelbewegung räumte er die Zweige beiseite und schnappte sich eine Kirsche - "Klick!" - und das war mein drittes Foto (das ihr gleich am Anfang dieses Blog-Posts gesehen habt), und schon war er wieder weg. Aber er hatte sehr wohl gemerkt, dass er fotografiert wurde, und es passte ihm überhaupt nicht. Sein Gesichtsausdruck war unmissverständlich gewesen: er sah aus wie Sean Penn, wenn er ein Rudel Paparazzis sieht. Ich hingegen jubelte: es hatte endlich geklappt (und ein kurzer Check auf dem Monitor bestätigte dies) - ich hatte drei akzeptable Fotos! Der Trick mit den Zweigen hatte mir tatsächlich die benötigten Zusatzsekunden verschafft. Der Eichelhäher sieht die Kirsche unter den Zweigen (Frühling 2023) Und schon hat der listige Eichelhäher die Aufgabe gelöst und sich seine Belohnung geschnappt (Frühling 2023) "Ende gut, alles gut", wie man so schön sagt, und wenn die Anekdote (oder eher das Epos ;-) von meiner "Schachpartie" gegen den Eichelhäher hier enden würde, dann könnte man definitv von einem Happy-End sprechen. Schliesslich hatte ich zu guter Letzt über den listigen Vogel triumphiert und konnte meine begehrten Fotos machen. Aber die Geschichte hat noch einen Nachtrag, der es verdient, erzählt zu werden (und wenn ihr schon bis hierhin gekommen seid, könnt ihr den Rest ja auch noch lesen ;-) Am nächsten Tag konnte ich die Strategie mit der einzelnen Kirsche und den Zweigen nochmals erfolgreich anwenden, und dann - nie mehr. Am übernächsten Tag war die Kirsche am Abend immer noch auf dem Holzscheit, und so nahm ich an, der Eichelhäher sei nicht gekommen. Als ich aber zum Holzblock ging, um die Früchte wieder einzusammeln, erlebte ich eine Überraschung: fünf der übrigen Kirschen waren weg. "Reiner Zufall," dachte ich mir; ich konnte mir unmöglich vorstellen, dass der Eichelhäher kapiert hatte, dass das Verschwinden der einzelnen Kirsche auf dem Holzscheit dem lästigen Menschen im Haus jeweils den Beginn seines Angriffs aufs Buffet verriet - kein Tier konnte so intelligent sein. Und doch ist dies meine einzige Erklärung, denn ob ihr's glaubt oder nicht: der Häher rührte die exponierte Kirsche nie mehr an. Kein einziges Mal. Während aller meiner nachfolgenden Versuche blieb die verräterische Kirsche einsam auf ihrem Holzscheit sitzen, während der Eichelhäher jeweils frech eine Handvoll der übrigen stibitzte. Als ich mehrere Kirschen aufs Holzscheit legte, blieben diese alle unangetastet und er holte sich weiterhin nur diejenigen, die ich nicht sehen konnte. Schliesslich legte ich ALLE Kirschen für mich sichtbar auf die Holzscheite - worauf der Häher gar nicht mehr kam. Anschliessend unternahm ich noch mehrere Anläufe, bei denen ich einen Teil der Früchte wieder in die Mitte des "Holzscheit-Dreiecks" legte, aber genug war genug: der Vogel tauchte nicht mehr auf. Kurz darauf trugen dann die Kirschbäume in der Umgebung auch schon reife Früchte, somit verloren meine Köder ihre Exklusivität. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass der Eichelhäher mir meine schmutzigen Tricks übelgenommen hatte, denn ich sah ihn für den gesamten Rest des Jahres 2023 nicht mehr in meinem Garten. Wer hatte also nun diese Partie Schach zwischen mir und dem Häher am Ende wirklich gewonnen? Wenn ihr mich fragt, mehr als ein Unentschieden darf ich nicht für mich in Anspruch nehmen (und das ist mir gegenüber wahrscheinlich sogar noch eher grosszügig) - aber urteilt selbst :-) P.S. Im Folgejahr (2024) konnte ich erneut einen Eichelhäher in meinem Garten fotografieren und auch filmen (ich habe keine Ahnung, ob es derselbe war), und im Film-Clip wenn ihr diesem Link folgt, könnt ihr sehen, wie unglaublich schnell der war: https://www.youtube.com/watch?v=OA9s_bciA-Y . Erst in der Zeitlupe sieht man, wie er sich die Kirsche schnappt, und die ganze Sequenz von der Landung, dem Packen der Frucht bis zum erneuten Abflug dauert nicht mal 2 Sekunden (ich hab's gemessen :-). Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

Lacerta Bilineata  |  greyjoy7007@gmail.com

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