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Westliche Smaragdeidechse (Lacerta Bilineata): Suche

Wer Informationen über Westliche Smaragdeidechsen (Lacerta bilineata) sucht, oder einfach nur schöne Fotos, ist hier richtig. Was als kleines Fotoprojekt begonnen hat, um mir während des Covid Lockdowns die Zeit zu vertreiben, ist mittlerweile zum online "Smaragdeidechsen-Lexikon" geworden, in dem der Suchende alles über die faszinierenden und wunderschönen Reptilien findet: Verbreitung, Ernährung, Habitat, Verhalten, Lebenserwartung und eine ausführliche Beschreibung der Art sowie Anekdoten über meine eigenen Erlebnisse und Beobachtungen. Und natürlich vor allem: viele, viele Fotos :-)

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27 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • Ist Die Nosferatu-Spinne Giftig Und Gefährlich?

    Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) ist giftig und kann mit ihren Cheliceren - so heissen die Giftklauen - die menschliche Haut durchdringen, sie ist aber für den Menschen nicht gefährlich (Foto: Malcantone, Ticino, CH) Die Nosferatu-Spinne ist zwar wie alle Spinnen giftig, dennoch ist ihr Biss für den Menschen weitgehend harmlos. Das Gift verursacht selten mehr als eine leichte Rötung der Haut, und ist auch nicht besonders schmerzhaft (vergleichbar einem leichten Wespenstrich, oder sogar nur einem Mückenstich). Vorsicht ist allenfalls für Allergiker geboten. Da es sich um eine relativ grosse Spinne handelt, vermag sie mit ihren Giftklauen - den Cheliceren - die Haut eines Menschen zu durchdringen, aber Bisse kommen sehr selten vor, da die Nosferatu-Spinne nicht aggressiv ist (ausser sie verteidigt sich oder ihr Eigelege). Die Nosferatu-Spinne greift Menschen nicht von sich aus an; selbst wenn man sie in die Hand nimmt, beisst sie selten und versucht eher, zu fliehen (Foto: Malcantone, Ticino, CH) Den Namen hat die Nosferatu-Spinne ihrer Zeichnung auf dem Rücken zu verdanken, die mit etwas Fantasie an einen Vampirkopf mit zwei darunter verschränkten Händen erinnert. Sie gehört zu den Kräuseljagdspinnen (Zoropsidae) und stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Obwohl sie zu den Webspinnen gehört, macht sie keine Netze, sondern verfolgt ihre Beute, ähnlich den Wolfsspinnen (Lycosidae), mit denen sie auch häufig verwechselt wird. In der Musterung auf dem Rücken von Zoropsis Spinimana meinen manche einen Vampirkopf zu erkennen, daher hat die Spinne in Anlehnung an den berühmten gleichnamigen Vampirfilm von 1922 ihren Beinamen "Nosferatu" erhalten (Foto: Malcantone, Ticino, CH) Der Körper der Spinne wird ca 2 cm gross, die Beinspannweite beträgt bis zu ca 6 cm (die Weibchen sind in der Regel etwas grösser und auch massiver als die Männchen). Somit gehört sie zu den grössten europäischen Spinnen, allerdings wird die grosse Winkelspinne (Eratigena atrica), die in fast allen Häusern Mitteleuropas anzutreffen ist, mit bis zu 10 cm Beinspannweite deutlich grösser. Die Nosferatu-Spinne kann - anders als die meisten ähnlich grossen Spinnen - problemlos an Glas- oder Keramikoberflächen hochklettern; auch Wasser-Hindernisse überwindet sie entweder schwimmend oder für kurze Strecken in geringer Tiefe sogar tauchend, indem sie sich dem Grund entlang bewegt. Wärmere Durchschnittstemperaturen haben ihre Ausbreitung gegen Norden nach Deutschland, Österreich und die Schweiz begünstigt; die Spezies mag es trocken und warm, weshalb sie auch gerne in Häusern anzutreffen ist. Das Exemplar auf den Fotos hab ich in meinem Haus gefunden; mit Hilfe eines Blattes Papier und einem Glas hab ich sie gefangen und in meinem Garten wieder frei gelassen. Gefürchtet aber ungefährlich: die Nosferatu-Spinne (Foto: Malcantone, Ticino, CH)

  • Der Tödliche Stich Der Hornisse

    Von dieser Hornisse (Vespa crabro), geht eine tödliche Gefahr aus - davon sind viele Menschen überzeugt (Foto: Tessin, CH) Der Stich einer einzigen Hornisse tötet ein Baby, drei Hornissen können einen Erwachsenen töten, und sieben Hornissenstiche töten ein Pferd - solche (oder ähnliche) Geschichten haben wir fast alle schon mal gehört. Aber wie gefährlich und aggressiv sind Hornissen tatsächlich? Europäische Hornisse (Vespa crabro) auf einem Hopfenzweig (Foto: Tessin, CH) Hornissen sind durchaus eine tödliche Bedrohung, allerdings nur für ihre Beutetiere, welche sie mit beeindruckender Effizienz jagen - für Menschen stellen diese faszinierenden und wundschönen Insekten keine grössere Gefahr dar, als Bienen oder Wespen. Im Gegenteil: anders als Wespen sind Hornissen in der Regel nicht aggressiv, und sie interessieren sich auch nur höchst selten für die Leckerbissen auf unseren Tellern. Und gerade Wespen werden von Hornissen besonders häufig erbeutet, somit sorgen die grossen Jäger für eine natürliche Regulation ihrer kleineren Verwandten. Ausgewachsene Hornissen ernähren sich vor allem von kohlenhydratreichen Pflanzensäften und reifem Obst (sie verursachen dabei aber keine relevanten Schäden in Gärten oder Obstanlagen); die Larven im Nest werden hingegen mit Protein gefüttert, weswegen die Erwachsenen auf Insektenjagd gehen. Hornissen (Vespa Crabro), beim Lecken vom zuckerhaltigen Saft eines Hopfenzweigs (Foto: Tessin, CH) Wespen, Fliegen, Bremsen und Mücken (und viele weitere Insekten) gehören zum ihrem Beutespektrum; einmal erwischt, wird das Opfer innert Sekunden "zerlegt" und nur der Körper ohne Kopf, Beine und Flügel zu einem Brei zerkaut ins Nest transportiert, welcher dann an die Jungen verfüttert wird. Menschen werden in der Regel nur gestochen, wenn sie sich dem Nest zu sehr nähern oder aus Versehen auf eine Hornisse treten oder eine anfassen, denn die Insekten stechen nur zur Verteidigung. Ein Stich ist zwar schmerzhaft, aber höchstens für Allergiker gefährlich. Wenn man sich einem Nest zu sehr nähert (näher als bis auf 3 - 5 Meter), dann greifen Europäische Hornissen normalerweise noch nicht direkt mit ihren "Waffen" an, sondern die ausfliegenden Wächterinnen versuchen, mit "Scheinangriffen" den Eindringling zu vertreiben. Erst wenn das nicht den gewünschten Effekt hat, wird der Stachel eingesetzt. Sie sticht nur im äussersten Notfall zu: die Europäische Hornisse (Foto: Tessin, CH) Nicht zu verwechseln ist unsere rotbraun-gelb gefärbte einheimische Hornisse (Vespa crabro) mit der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina), welche etwas kleiner, schlanker und fast schwarz ist. Letztere ist bei uns in Europa eine invasive Art, welche besonders an Bienenvölkern grosse Schäden anrichtet. Auch reagiert sie deutlich aggressiver, wenn man ihrem Nest zu nahe kommt. Im Gegensatz dazu darf die einheimische Art als friedlicher Nützling betrachtet werden, und in Deutschland (sowie - lokal - auch in Österreich und in der Schweiz) stehen die beindruckend schönen Insekten unter Naturschutz. In meinem Garten im Tessin (Schweiz), wo all die hier gezeigten Fotos gemacht wurden, sind Hornissen (ausser im Winter) stets präsent: auch nachts, da sie im Gegensatz zu ihrer asiatischen Verwandten auch während der Nacht aktiv sind. Wenn ich reife Feigen oder Trauben ernte, dann kommt es oftmals zu nahen Begegnungen, und das wütende Gebrumm, wenn ich die Tiere störe, klingt durchaus bedrohlich. Aber obwohl sie mich gerne lautstark daran erinnern, ihnen den gebührenden Respekt zu zollen, haben sie mich während über 40 Jahren des Zusammenlebens im Garten nicht ein einziges Mal angegriffen oder gestochen. Eine Hornisse (Vespa crabro) wurde von einer überreifen Feige angelockt (Foto: Tessin, CH) Wenn ich draussen Frühstücke, sorgen sie zudem dafür, dass ich kaum von Wespen gestört werde. Aller eingangs erwähnten "Horror-Geschichten" zum Trotz sind Europäische Hornissen also richtig gute Nachbarn, vor denen sich niemand zu fürchten braucht. Hornissen wirken zwar manchmal bedrohlich, aber sie sind unsere Freunde, nicht unsere Feinde (Foto: Tessin, CH) Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Kann Die Gottesanbeterin Beissen Oder Stechen, Oder Ist Sie Giftig?

    Die Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist vollkommen harmlos, auch wenn sie zum Fürchten aussieht (Foto: Malcantone, Ticino, CH) Gottesanbeterinnen sind nicht gefährlich für den Menschen; sie stechen nicht und sind nicht giftig, und sie beißen nur zur Verteidigung, wenn man sie in der Hand hält (ohne jedoch schwere Verletzungen zu verursachen). Man sollte sich glücklich schätzen, wenn man sie sieht, da sie in nördlichen Ländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz selten sind. Zudem sind sie in der Regel sehr gut getarnt. Die Gottesanbeterin ist normalerweise gut getarnt; wenn sie sich nicht bewegt, sieht sie dank ihrer Körperform und Farbe wie ein Teil der Pflanze aus (Foto: Malcantone, Ticino, CH) Gottesanbeterinnen sind Lauerjäger, die regungslos verharren, bis ein Beutetier in Reichweite ihrer Fangbeine auftaucht. Vor allem Insekten wie Heuschrecken und Grillen gehören zum Beutespektrum, aber Gottesanbeterinnen sind Opportunisten, die grundsätzlich fast jedes Tier fressen, das sie von der Grösse her überwältigen können - selbst kleine Wirbeltiere wie zum Beispiel junge Eidechsen. Ist die Beute nah genug, wird sie blitzschnell gepackt und lebendig verspeist. Kannibalismus ist bei der Spezies nicht selten; viele Männchen werden nach oder während der Paarung von den Weibchen gefressen (in Feldstudien war dies bei zwischen 25% und 31% der beobachteten Paarungen der Fall). Es wird angenommen, dass der Hauptgrund für diesen sexuellen Kannibalismus darin besteht, dass die Weibchen so wichtige Nährstoffe bekommen, die eine erfolgreiche Eierproduktion fördern können. Den Namen haben diese faszinierenden Insekten von der Haltung ihrer Fangbeine, die an eine Gebetspose erinnert. Sie sieht aus, als würde sie beten: Gottesanbeterin auf einer Blüte (Foto: Malcantone, Ticino, CH) Gottesanbeterinnen können grundsätzlich fliegen, allerdings sind adulte Weibchen oftmals zu schwer dafür, während die kleineren Männchen eher dazu neigen, Strecken im Flug zurückzulegen. Die Weibchen werden bis zu 8 cm lang, die Männchen max. 6 cm. Die Lebenserwartung von Mantis religiosa beträgt ca 7 - 12 Monate, wobei die Weibchen länger leben, als die Männchen. Gottesanbeterin auf einem Stück Holz (Foto: Malcantone, Ticino, CH) Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Wieso Haben Smaragdeidechsen Einen Blauen Kopf?

    Das Männchen der Westlichen Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) zeigt sein leuchtend blaues Gesicht (Foto: Malcantone, Tessin, CH)  Smaragdeidechsen haben nur während der Paarungszeit von ca April bis Juni einen blauen Kopf; besonders intensiv sind die Farben während dieser Zeit bei den Männchen, deren Gesicht und Kehle sich in leuchtendem Blau oder Türkis präsentieren. Dies gilt sowohl für die Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) als auch die Östliche Smaragdeidechse (Lacerta viridis) und die Iberische Smaragdeidechse (Lacerta schreiberi). Ein Männchen der Westlichen Smaragdeidechse streckt seinen intensiv blauen Kopf aus einem Haufen Stroh (Foto: Malcantone, Ticino, CH) Die auffällige Farbe signalisiert den Weibchen - aber auch potenziellen Rivalen im Revier - ihre Stärke, Gesundheit und Dominanz. Aber auch die weiblichen Vertreter dieser wunderschönen Reptilien zeigen sich im Frühling etwas farbiger und sind manchmal fast genauso bunt, wie die Männchen. Allerdings ist das eher eine Ausnahme; normalerweise sind die Weibchen deutlich weniger auffällig gefärbt, als die männlichen Eidechsen. Männchen und Weibchen der Westlichen Smaragdeidechse während der Paarungszeit: beide Geschlechter präsentieren leuchtende Farben und haben ein blaues  (M), beziehungsweise türkises  (W), Gesicht (Foto: Malcantone, Tessin, CH) Die auffällige Färbung der Smaragdeidechsen wird mit der ersten Häutung nach der Winterruhe - welche von ca. Oktober bis März dauert - sichtbar; ausserhalb der Paarungszeit sind beide Geschlechter vorwiegend grün gefärbt und damit gut getarnt. Eine weitere Smaragdeidechsen-Spezies, die Balkan-Riesensmaragdeidechse (Lacerta trilineata) bleibt in der Regel das gesamte Jahr über grün und entwickelt keinen leuchtend blauen Kopf während der Paarungszeit. Männliche Westliche Smaragdeidechse ausserhalb der Paarungszeit im August; der Kopf ist nicht blau, das Tier ist gut getarnt zwischen den Blättern eines Strauchs (Foto: Malcantone, Tessin, CH). Weibliche Westliche Smaragdeidechse ausserhalb der Paarungszeit im August (Foto: Malcantone, Tessin, CH) Wer einen direkten Vergleich der Farben bei den selben Indidviduen während - sowie ausserhalb - der Paarungszeit sehen möchte, findet hier mehr Fotos zu dem Thema .

  • Was Fressen Mauereidechsen?

    Eine Mauereidechse (Podarcis muralis) frisst einen Käfer (Foto: Malcantone, Ticino, CH) Mauereidechsen fressen vor allem wirbellose Tiere, am liebsten Raupen, Käfer, Schnecken, Spinnen, Asseln und ähnliches. Insekten machen zwar einen Grossteil ihrer Nahrung aus, aber grundsätzlich wird alles Kleingetier verschlungen, das ins Maul der Eidechse passt. Bisweilen sogar die eigenen Artgenossen. Ein grosses Mauereidechsenmännchen frisst ein kleineres Weibchen: Kannibalismus kommt bei der Spezies Podarcis muralis zwar vor, ist aber eher selten (Foto: Malcantone, Ticino, CH) Mauereidechsen können zwar sehr schnell rennen, dennoch sieht man sie selten eine Beute verfolgen. Stattdessen suchen sie züngelnd den Boden ab - Eidechsen riechen mit ihrer Zunge - bis sie etwas Essbares wie einen Wurm oder eine Nacktschnecke gefunden haben. Aber die Eidechsen lauern ihrer Beute auch gerne auf; sie klettern auf eine erhöhte Position wie zum Beispiel eine Mauer, neben welcher Blumen wachsen, und warten, bis ein Insekt auf einer Blüte landet. Dann wird die Beute mit einem Sprung auf die Blüte erwischt, wobei die Eidechse selbst meist zu schwer für die Blume ist und dann unsanft auf dem Boden landet. Dies macht ihr jedoch nichts aus; Mauereidechsen überstehen selbst Sprünge aus mehreren Metern Höhe auf den Boden in der Regel unbeschadet. Mauereidechsen trinken gerne Wasser, sofern dieses (z.B. als Tautropfen an Blättern) vorhanden ist, ansonsten nehmen sie Flüssigkeit über ihre Nahrung auf und fressen auch hin und wieder mal eine saftige Beere. Den Hauptanteil ihrer Nahrung macht aber eindeutig tierische Kost aus. Eine Mauereidechse frisst eine Kirsche (Foto: Malcantone, Ticino, CH) Es ist wichtig zu betonen, dass Mauereidechsen keinerlei Schäden an Gärten verursachen; sie beissen nicht, sind nicht giftig und sind hervorragande Schädlingsbekämpfer, da praktisch alle Schädlinge (wie z.B. Japankäfer, Nacktschnecken, Buchszünsler u.s.w.) auf ihrem Speiseplan stehen. Zudem ist die Präsenz von Mauereidechsen ein Indikator für die gute Gesundheit eines Ökosystems: wer diese wunderschönen Reptilien in seinem Garten findet, darf sich also glücklich schätzen. Und wer sie gerne in seinem Garten hätte, findet hier die wichtigsten Tipps , wie man den eigenen Garten so gestaltet, dass sich Eidechsen darin wohl fühlen. Eine Mauereidechse sonnt sich auf den Blüten einer Hortensie (Foto: Malcantone, Ticino, CH) Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Ein Riesiger Käfer Mit Zangen Wie Ein Geweih: Der Hirschkäfer

    Ein riesiger Käfer mit einem beeindruckenden "Geweih": das Männchen des Hirschkäfers Sie haben einen riesigen Käfer gesehen mit geweihartigen Zangen am Kopf? Hierbei dürfte es sich um einen Hirschkäfer (Lucanus cervus) gehandelt haben: den grössten Käfer Europas. Hirschkäfermännchen auf Moos Trotz seines gefährlich aussehenden "Geweihs" - wobei es sich eigentlich um die "Mandiblen", also die Oberkiefer handelt - ist der Hirschkäfer für Menschen vollkommen ungefährlich. Allerdings kann er sich schon wehren, und wenn man versucht, ihn in die Hand zu nehmen, kann er einen schmerzhaft in den Finger zwicken (ich spreche aus Erfahrung ;-) Kann mit seinen kräftigen Mandiblen schmerzhaft zupacken: der Hirschkäfer Es handelt sich beim Hirschkäfer auch nicht um einen Schädling, und man sollte sich glücklich schätzen, wenn man diese wunderschönen Insekten sieht, denn sie sind vielerorts sehr selten geworden und in den meisten Ländern streng geschützt. Das "Geweih" ist nur bei den Männchen ausgebildet; die weiblichen Käfer haben keine vergrösserten Kiefer und sind in der Regel deutlich kleiner. Weibchen des Hirschkäfers: im Gegensatz zu den Männchen haben sie kein "Geweih" Die Grösse fällt bei dieser Käferart aber generell sehr unterschiedlich aus, was stark von der Region und den Nahrungsbedingungen während ihres Larvenstadiums abhängt. Hirschkäfer verbringen nämlich den Grossteil ihres Lebens - zwischen drei bis maximal acht Jahre - als Larve in totem Holz (vorwiegend von Eichen, aber auch von anderen Bäumen), von dem sie sich ernähren. Je besser die Umweltbedingungen und die Qalität der Nahrung sind, und je länger das Larvenstadium dauert, desto grösser ist der erwachsene Käfer nach der Verpuppung und desto länger ist auch sein "Geweih", wobei die grössten Männchen bis fast 10 cm lang werden können (die kleinsten hingegen nur etwa 3.5 cm). Das Leben als erwachsener Hirschkäfer dauert allerdings nur wenige Wochen oder Monate; die Tiere schlüpfen in der Regel frühestens ab Ende Mai, paaren sich dann und sterben schon im Spätsommer (die Weibchen leben etwas länger als die Männchen und sterben nach der Eiablage). Trotz ihrer beindruckenden Grösse sind Hirschkäfer flugfähig; während ihrer kurzen Lebenszeit als erwachsene Käfer sieht man sie vor allem während der Abenddämmerung im Juni und Juli fliegen, wenn sie auf der Suche nach einem Partner oder nach Nahrung sind. Männchen des Hirschkäfers beim Abflug Sie ernähren sich von Pflanzensäften, insbesondere aus der Rinde von Eichen, aber auch von anderen Laubbäumen. In meinem Garten im Tessin (Schweiz), wo alle hier gezeigten Fotos entstanden sind, wurden die Hirschkäfer von den faulenden Früchten in meinem Feigenbaum angezogen, an denen sie stundenlang leckten. Männlicher Hirschkäfer beim Lecken an einer verfaulten Feige Hirschkäfermännchen auf einer verdorbenen Feige Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Der Tödliche Biss der Kreuzspinne

    Hier beisst die Kreuzspinne ihr Opfer Der Biss von Kreuzspinnen ist zwar für Menschen nicht gefährlich, dafür aber umso tödlicher für Insekten, die in ihr Netz geraten. Auf den Fotos ist gut zu sehen, wie diese Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) mit ihren Cheliceren einer Wespe ihr Gift injiziert. Die Giftklauen - die "Cheliceren" - der Kreuzspinne sind auf dem Foto gut zu sehen Dass ich genau diesen Augenblick des Zubeissens mit der Kamera erwischt habe, war reines Glück, da die Wespe genau in dem Moment ins Netz flog, als ich versuchte, eine riesige Kreuzspinne in meinem Garten zu fotografieren. Innert Sekunden hatte die Spinne das Insekt eingewickelt, und ich klickte währenddessen wild drauflos. Das Opfer - eine Dolchwespe (Scolia hirta) - versuchte, sich mit ihrem Stachel zu wehren, aber ab dem Moment, als die Spinne ihr Gift injizierte, war der Kampf augenblicklich vorbei. Die Kreuzspinne versenkt ihre Cheliceren tief in die Wespe, das Gift wird die inneren Strukturen des Opfers auflösen und verflüssigen Nachdem das Gift der Kreuzspinne seine Wirkung getätigt hat und sich das Innere der Wespe verflüssigt hat, wird sie von der Spinne ausgesaugt Die Gartenkreuzspinne gehört mit bis zu ca. 2.2 cm Körperlänge (die Beine nicht eingerechnet) zu den grössten europäischen Spinnen. Je nach Umgebung kann diese Spezies unterschiedlich gefärbt sein; sie wird zwischen 1 bis maximal 3 Jahre alt, je nach Umweltbedingungen, und ist häufig in unseren Gärten anzutreffen. Die Männchen sind deutlich kleiner als die Weibchen und leben auch weniger lang; zudem ist es ist nicht selten, dass sie nach der Paarung von den Weibchen gefressen werden. Gegenüber Menschen sind Kreuzspinnen nicht aggressiv, und man müsste sie schon sehr stark provozieren oder in der Hand halten, dass sie zubeissen. Die grössten Exemplare vermögen mit ihren Cheliceren die menschliche Haut an ihren dünnsten Stellen bei einem Biss zu durchdringen, das Gift ist für Menschen jedoch harmlos (ausser jemand reagiert allergisch). Eine Kreuzspinne hat eine Fliege erwischt Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Die Schlange, Die Zubeisst: Die Gelbgrüne Zornnatter (Hierophis Viridiflavus)

    Die Schlange, die am ehesten zubeisst: die Gelbgrüne Zornnatter (Jungtier, fotografiert in meinem Garten im Tessin) Die "aggressivste" Schlangenart in Europa - in dem Sinne, dass sie im Vergleich zu anderen hier heimischen Arten etwas eher dazu neigt, Menschen zu beißen oder anzugreifen, wenn man ihr zu nahe kommt - ist wohl die Zornnatter (Hierophis viridiflavus). Diese große Natternart kann in seltenen Fällen bis zu zwei Meter lang werden und wenn sie sich bedroht fühlt, zeigt sie sich ziemlich "beissfreudig" - das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht ist, dass diese Schlange wie alle europäischen Nattern völlig harmlos ist; sie ist zudem extrem scheu und hat eine wunderschöne Zeichnung ("gelbgrün" ist sie zwar nicht, ausgewachsene Tiere sind vorwiegend schwarzgelb, und es existiert auch die melanistische bzw. vorwiegend schwarze Unterart Hierophis viridiflavus carbonarius). Zudem ist es wichtig zu erwähnen, dass Schlangenbisse in Europa im Allgemeinen höchst selten sind. Wehrhaft aber ungefährlich: die Gelbgrüne Zornnatter (Jungtier, in meinem Garten im Tessin fotografiert) Die Aussage, dass die Zornnatter etwas eher dazu neigt, zu beissen, als andere Schlangen, bedeutet also nicht, dass solche Vorfälle häufig sind: sie sind im Gegenteil extrem rar und in den allermeisten Fällen zweifellos durch den Menschen provoziert. Unsere einheimischen Arten beissen nur, wenn sie Todesangst haben und sich verteidigen wollen, und dasselbe gilt auch für die Zornnatter. Erst vor kurzem wurde entdeckt, dass einige Zähne im hinteren Kieferbereich von Zornnattern leicht giftig sind (was wahrscheinlich der Grund ist, wieso diese Spezies beim Zubeissen auf der von ihr gebissenen Stelle geradezu "herumkaut"; mit diesem Vorgehen versucht sie anscheinend, die hinteren Zähne in ihr Opfer oder ihren Feind zu bekommen). Das Gift ist für den Menschen jedoch nicht gefährlich; tatsächlich ist ein Biss der Zornnatter in der Regel aufgrund ihrer winzigen Zähne und der relativ geringen Bisskraft nicht einmal schmerzhaft. Zu Angriffen auf Menschen kommt es entweder, wenn die Schlange überrascht wird und der Mensch ihr bereits so nahe ist, dass sie nicht mehr ans Fliehen denkt, oder wenn sie in die Enge getrieben wird und keinen Ausweg sieht. Adulte Gelbgrüne Zornnatter (fotografiert im Misox) Was die Art zur „aggressivsten“ in Europa macht (das Wort steht in Anführungszeichen, weil keine europäische Schlangenart mit gutem Gewissen als aggressiv bezeichnet werden kann), ist eine faszinierende Charaktereigenschaft, die der Zornnatter auch ihren Namen eingetragen hat. Im Gegensatz zu den meisten anderen Schlangenarten in Europa, die Menschen erst angreifen, wenn man ihnen extrem nahe kommt oder sie berührt (und häufig nicht mal dann), sind Zornnattern etwas weniger "pazifistisch". Besonders bei grösseren Exemplaren kann es sein, dass auch schon eine Distanz von zwei Metern als zu nah empfunden wird und die Schlange in den Verteidigungsmodus übergeht, anstatt zu fliehen. Eine solche Begegnung kann einem schon einen Schreck einjagen, denn die Zornnatter zischt und "faucht" dann laut und richtet sich auf, um größer zu erscheinen - aber wie bereits erwähnt, stellt sie keine Gefahr für den Menschen dar. Wenn man sich zurückzieht und ihr die Möglichkeit gibt, zu fliehen, wird sie diese dankbar nutzen und eine Konfrontation vermeiden. Trotz ihres etwas "streitlustigen" Charakters, sollte man sich glücklich schätzen, wenn man eine Zornnatter sieht, denn das hochsensible Reptil spürt die durch unsere Schritte verursachten Vibrationen im Boden und versteckt sich normalerweise, bevor man nah genug ist, um es zu entdecken. Die Zornnatter ist übrigens die schnellste Schlange Europas - sie kann eine Geschwindigkeit von 11 km/h erreichen - und ist eine unglaublich wendige Jägerin, die auch hervorragend klettern kann. Sie ernährt sich bevorzugt von Eidechsen, erbeutet aber auch andere kleine Wirbeltiere wie Vögel, Nagetiere und Amphibien (und in seltenen Fällen sogar Fische). Die Art kommt in Andorra, Kroatien, Frankreich, Griechenland, Italien, Malta, Slowenien, Spanien, Luxemburg und der Schweiz vor. Die Fotos habe ich mit einer Ausnahme alle in meinem Garten im Tessin in der Schweiz gemacht. Für mich ist es eine grosse Freude, dass diese wunderschönen Tiere hin und wieder meinen Garten besuchen, und ich bemühe mich aktiv darum, meinen Garten reptilienfreundlich zu gestalten (lesen sie dazu auch folgenden Post: https://de.lacerta-bilineata.com/post/eidechsen-in-den-garten-locken ). Denn leider sind in Europa die meisten Reptilienarten bedroht, weil wir ihren Lebensraum zerstören. Eine subadulte Gelbgrüne Zornnatter sonnt sich auf einer Wurzel in meinem Garten Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Einer Der Seltensten Vögel Der Schweiz: Der Bienenfresser (Merops Apiaster)

    Bienenfresser (Merops apiaster) in einem abgestorbenen Baum (Tessin, Schweiz) Der Bienenfresser ist einer der buntesten Vögel Europas und äusserst selten in nördlichen Ländern wie der Schweiz, Deutschland und Österreich anzutreffen. Dass ich ihn von meinem Garten im Tessin aus beobachten konnte war daher eine Sensation für mich! Diese wunderbar farbigen Vögel überwintern normalerweise in Afrika und waren wohl nur auf der Durchreise bei uns im Malcantone auf dem Weg nach Südeuropa (mittleweile gibt es allerdings ca. 100 Brutpaare in der Schweiz). Ich konnte sie fast eine Stunde lang beobachten, wie sie in einer Gruppe zusammen sassen - was typisch ist für die Art - und von den Ästen eines abgestorbenen Baumes aus Jagd auf Insekten machten. Diese Vögel ernähren sich vor allem von Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen, deren Stachel und Gift sie durch geschicktes Schlagen der Beute gegen Äste unschädlich machen. Die Fotos hab ich aus ca. 70 Metern Entfernung von meinem Garten aus aufgenommen, weswegen die Qualität der Bilder leider miserabel ist (ich zeige sie hier nur, weil diese Sichtung für mich so aussergewöhnlich war - normalerweise habe ich höhere Ansprüche an meine Fotos). Bienenfresser, von meinem Garten im Tessin aus fotografiert Gruppe von Bienenfressern in einem abgestorbenen Baum Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Ist Der Biss Von Eidechsen Gefährlich?

    Vor einem Eidechsenbiss braucht sich niemand zu fürchten (und diese Smaragdeidechse ist nur am Gähnen) Der Biss aller in Europa heimischen Eidechsen ist für Menschen völlig harmlos. Wildlebende Eidechsen beissen Menschen auch nicht von sich aus, ausser man fängt sie und hält sie in der Hand; dass sie dann in Todesangst zubeissen ist ja auch nachvollziehbar. Ein solcher Biss ist weder giftig noch schmerzhaft; die meisten Eidechsen haben nur winzige Zähne, die man kaum spürt. Die winzigen Zähne im Maul dieser Eidechse (einer Mauereidechse) sind kaum sichtbar Natürlich ist nie komplett auszuschliessen, dass Bakterien, welche die Eidechse auf oder in sich trägt, in allenfalls schon vorher vorhandene kleine Wunden oder Ritzungen der Haut eindringen, oder dass Allergiker besonders empfindlich reagieren, aber dieses Risiko ist sehr gering (oder sicher nicht grösser, als bei einem Insektenstich oder bei kleinen Hautverletzungen die durch normale Gartenarbeit entstehen). Jedenfalls muss niemand vor Eidechsen Angst haben - im Gegenteil: es sind wunderschöne Tiere, die im Garten äusserst nützlich sind, weil sie auch die lästigen Nacktschnecken auf ihrem Menu haben. Leider sind sie vielerorts selten geworden, und man kann ihnen helfen, indem man seinen Garten bewusst naturnah belässt oder reptilienfreundlich gestaltet (wie das geht, sehen Sie hier). Eine Smaragdeidechse sonnt sich auf einem Holzhaufen in meinem Garten Ein sympathisches Smaragdeidechsenmännchen lugt unter dem Lavendel in meinem Garten hervor Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Die Mauereidechse: Beschreibung Der Art

    Mauereidechse (Podarcis muralis) mit besonders intensiven Farben Die Mauereidechse (Podarcis muralis) ist eine Eidechsenart mit einer weiten Verbreitung in Europa. Die wunderschönen Reptilien kommen in Deutschland vor allem im Südwesten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vor; in der Schweiz ist sie zwar mehrheitlich auf der Südseite der Alpen im Tessin anzutreffen, jedoch verbreitet sie sich auch im Norden mehr und mehr. Sowohl in Deutschland wie in der Schweiz existieren aber viele kleine Populationen in anderen Landesteilen, wo die Tiere eingeschleppt wurden. In Grossbritannien war sie wahrscheinlich ursprünglich nicht heimisch, sie wurde dort in der Neuzeit aber eingeführt, und mittlerweile gibt es mehrere wachsende Populationen in verschiedenen Teilen des Landes. Die Reptilien wurden auch in Nordamerika eingeführt, wo sie manchmal als Europäische Mauereidechsen (European Wall Lizard) oder Lazarus Eidechse (Lazarus Lizard) bezeichnet werden. Podarcis muralis kann bis zu 20 cm lang werden und ist eine kleine, dünne Echse, deren Schuppen in Farbe und Musterung stark variieren, was man auf den Fotos unten gut erkennen kann. Die Weibchen sind in der Regel etwas kleiner als die Männchen. Mauereidechsen ernähren sich hauptsächlich von Gliederfüßern wie Insekten und Spinnen, sie mögen aber auch Schnecken und Würmer. Die Tiere sind nicht wählerisch und fressen eigentlich so ziemlich alles Getier, was in ihr Maul passt - und gelegentlich auch mal eine Beere. Mauereidechse (Podarcis muralis) beisst in eine Kirsche Mauereidechsen teilen sich oftmals denselben Lebensraum mit den erheblich größeren Smaragdeidechsen (Lacerta bilineata) , und falls Sie sich nun fragen, wie sie mit ihren dominanteren und viel auffälliger gefärbten Cousinen auskommen, so lautet die Antwort: "It's complicated" ;-) Kleinere Exemplare von Podarcis muralis rennen wie der Teufel, wenn sie in die Nähe einer ausgewachsenen Smaragdeidechse kommen (weil sie zu Recht befürchten, dass sie gefressen werden könnten), und selbst die größeren Mauereidechsen scheinen ihre grünen Nachbarn zumindest zu meiden. Aber es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass sich Mauereidechsen direkt neben den Bilineatas in der Sonne aalen oder sogar über sie hinwegklettern, ohne irgendwelche Anzeichen von Angst zu zeigen. Mauereidechse (Podarcis muralis) links, sowie Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) rechts auf der Mauer beim Sonnenbad; die beiden Arten teilen sich oftmals den Lebensraum Wahrscheinlich hängt der "Beziehungsstatus" dieser beiden Eidechsenarten davon ab, was für einen Lebensraum sie sich teilen, wie reichhaltig das Nahrungsangebot für beide Arten ist und ob sie einander überhaupt ausweichen können. Übrigens kommt es auch durchaus vor, dass Mauereidechsen sich gegenseitig fressen (ich war Zeuge eines solchen Vorfalls und habe ihn gefilmt ; weiter unten gibt es zudem auch noch ein Foto des "Kannibalen", dem das "Corpus Delicti" - der Schwanz des verspeisten Opfers - immer noch aus dem Maul hängt). Faszinierend ist auch, dass Mauereidechsen am selben Standort in mindestens sechs verschiedenen Aussehenstypen, sogenannten "Morphs" (abgeleitet von Morphologie) vorkommen können, was innerhalb einer einzigen Art - und dann noch im selben Habitat - im Tierreich etwas sehr Besonderes ist. Falls Sie also schon einmal grünliche Exemplare mit orangefarbenem Brust-/Bauchbereich, sowie braune Tiere mit gelber Unterseite oder grauebraune Mauereidechsen mit blauen "Saphiren" an den Seiten beobachtet haben und zu dem Schluss gekommen sind, dass dies die Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen oder subadulten Tieren sein müssen, so lagen Sie ziemlich sicher falsch. All diese unterschiedlichen Exemplare können durchaus gleich alt sein und dasselbe Geschlecht haben - und sie gehören definitiv alle zur gleichen Art. Es ist nur so, dass sich Mauereidechsen im Laufe ihrer Evolution zu diesen sechs unterschiedlichen Aussehenstypen entwickelt haben (die auch bestimmte andere Unterschiede mit sich bringen, z. B. in Bezug auf ihr Immunsystem - all das können Sie bei Wikipedia nachlesen). Und darüber hinaus gibt es auch wahrscheinlich auch noch regionale Unterschiede. Obwohl Mauereidechsen also nicht so auffällige "Paradiesvögel" wie die Smaragdeidechsen sind, haben sie durchaus ein Faible für Abwechslung und bunte Variationen, und persönlich finde ich sie mindestens so schön, wie ihre extravaganten Cousinen :-) Alle hier gezeigten Individuen habe ich in meinem Garten im Tessin oder dessen unmittelbarer Umgebung fotografiert. Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Die Gelbgrüne Zornnatter und ihre Beute

    GELBGRÜNE ZORNNATTER (HIEROPHIS VIRIDIFLAVUS), TESSIN, 09-2021 Bei der Schlange auf dem Foto oben handelt es sich um eine Gelbgrüne Zornnatter (Hierophis Viridiflavus). Das Reptil gehört zu den grössten Schlangen der Schweiz und sogar Mitteleuropas und kann in seltenen Fällen bis fast 2 Meter lang werden. Die Art ist normalerweise äusserst scheu; meiner Erfahrung nach flieht sie mit enormer Geschwindigkeit, sobald sie spürt oder sieht, dass sich ein Mensch nähert. Da sie aber eine eher weite Fluchtdistanz hat, fühlt sich die Zornnatter unter Umständen schon in die Ecke getrieben und geht anstelle von Flucht zum Drohen - und auch Angriff - über, wenn die meisten anderen Schlangenarten eine direkte Konfrontation immer noch vermeiden würden. Ihren Namen "Zornnatter" hat die Schlange denn auch ihrem Temperament zu verdanken: wenn sie keinen Ausweg mehr sieht, zischt sie laut und richtet sich auch mal auf wie eine Kobra, und wenn das nicht hilft, beißt sie zu, wobei sie sich manchmal regelrecht "verbeisst" und nicht mehr loslässt (aber nur um das klarzustellen: Zornnattern sind ungiftig und völlig harmlos - sie ziehen einfach einen sehr guten "Bluff" ab ;-) Die Schlange auf dem Foto hatte mich definitiv gesehen (wahrscheinlich lange bevor ich sie sah), und wer denkt, dass sie in der Tat etwas zornig aussieht, liegt wahrscheinlich nicht ganz falsch: sie hat sich sicher nicht gefreut, mich zu sehen. Und trotzdem ist das Tier nicht geflohen. Es war Anfang September und ich war gerade dabei, das ausgedehnte Heckenkirschengebüsch direkt vor meinem Garten im Tessin mit dem Fotoapparat nach Smaragdeidechsen abzusuchen (die lokale Eidechsen-Population liebt diesen Strauch, und es findet sich fast immer eine Smaragdeidechse der Art Lacerta bilineata darin), als ich plötzlich feststellte, dass ein krummer Ast, der sich über einen Teil des Strauchs erstreckte, Schuppen hatte. Da die Schlange noch nicht geflüchtet war, glaubte ich, sie hätte mich nicht bemerkt und nahm fälschlicherweise an, ihr Kopf sei am von mir aus gesehen weiter entfernten Ende des Körpers (beide Körperenden der Schlange waren im Laub verborgen, wie man auf dem Foto sehen kann). Als ich dort aber keinen Kopf entdecken konnte, wurde mir klar, dass er wohl doch am mir näheren "Schlangenende" sein musste und dass das Tier mich daher unmöglich nicht bemerkt haben konnte, denn dieses nähere Ende war nur etwa 1.5 Meter von mir entfernt und genau auf mich gerichtet. Da ich den Schlangenkopf aus meiner Perspektive aber nicht sehen konnte, ging ich etwas in die Knie, um unter die Blätter zu schauen. Nun sah ich mich direkt einem Augenpaar gegenüber, das mich mit dem intensiven Blick fixierte, den man auf dem Foto sieht. Wieso das Reptil jedoch nicht floh, war mir ein Rätsel: ich hatte während über 30 Jahren und vieler Begegnungen mit Zornnattern nie erlebt, dass ein Tier sich so verhielt. Aber natürlich war ich dankbar, denn es ist nicht leicht, eine Nahaufnahme von einer Schlange zu machen, die normalerweise so scheu ist. Und dann sah ich den Grund für das auffällige Verhalten: Nur 80 Zentimeter von der Schlange entfernt sonnte sich eine grosse männliche Smaragdeidechse. Jetzt wurde mir alles klar: Ich hatte die Natter offensichtlich genau in dem Moment gestört, als sie sich auf ein saftiges Echsenmahl vorbereitete. So sehr meine Anwesenheit für die Schlange Stress bedeutete, sie war schlicht nicht bereit, eine so gute Gelegenheit auf ein Festessen in den Wind zu schlagen und hoffte wohl, ich würde einfach weitergehen. Die Smaragdeidechse döste währenddessen friedilich mit halbgeschlossenen Augen auf ihrem Ast und hatte weder mich noch die Jägerin bemerkt, auf deren Mittagsmenu sie stand. Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) beim Sonnenbad Nun befand ich mich in einem Dilemma. Mein Problem: Smaragdeidechsen sind meine erklärten Lieblingstiere, und obwohl ich auch ein grosser Schlangenfreund bin, ist mir die kleine lokale Smaragdeidechsenpopulation - die unentwegt von den vielen Katzen im Dorf belagert und leider auch dezimiert wird und immer kurz vor dem Verschwinden steht - besonders ans Herz gewachsen. Ich beobachte die Tiere seit vielen Jahren, und der Verlust eines jeden geht mir wirklich nahe. Aber anders als bei der Bedrohung durch die Katzen (was ein menschliches Problem ist, an dem die Katzen - die ich als Haustiere sehr gerne mag - keine Schuld tragen), war diese Schlange ja ein natürlicher Feind, der nur Hunger hatte; ich wusste also, dass es mir nicht zustand, in die Natur einzugreifen. Nun ist es jedoch eine Sache, zu wissen, was richtig ist - und eine ganz andere, das Richtige auch tatsächlich zu tun. Zu meiner Schande entschied ich mich nämlich, genau das zu machen, was ich als leidenschaftlicher Naturbeobachter sonst immer aufs Heftigste verurteile: ich beschloss, die Smaragdeidechse zu retten. Ich bin wahrlich nicht stolz auf mein Verhalten und es gibt hier nichts schönzureden, aber vielleicht bringt euch eine Schilderung meiner nachfolgenden, unsagbar dümmlichen Herangehensweise wenigstens zum Schmunzeln. Die Zornnatter mit einem Zweig oder dergleichen wegzuscheuchen kam für mich nicht in Frage (ihr seht, wenigstens einen Funken ethischer Grundsätze war bei mir immerhin noch vorhanden, auch wenn es das nicht besser macht). Stattdessen kam ich auf die glorreiche Idee, die Aufmerksamkeit der Smaragdeidechse zu erregen. Dies zu erreichen versuchte ich (und ich schwöre, das ist die reine Wahrheit), indem ich eine wellenartige Bewegung mit meinem Arm und meiner Hand machte. Schliesslich war dies die unmissverständliche Geste für "SCHLAAANGEE!!!", die die Mensch-Eidechse Kommunikationsbarriere problemlos überwinden würde - und das hätte sie auch (darauf bestehe ich!), aber dummerweise pennte Herr Smaragdeidechse und hatte nun die Augen sogar ganz geschlossen. Also flüsterte ich (und auch das ist leider wirklich wahr): "Heeey, da ist eine riesige Schlange direkt neben dir!" Natürlich flüsterte ich auf Italienisch; diese Smaragdeidechse war noch nie außerhalb unseres Dorfes gewesen, also war mir klar, dass sie kein Deutsch verstand ;-) . Keine Reaktion. Schliesslich, in einem letzten verzweifelten Versuch, schüttelte ich den Ast, auf dem sie saß, und nun öffnete sie etwas benommen ihre Augen. Das Zielobjekt meiner ungeschickten Rettungsversuche brauchte eine knappe Sekunde, um zu begreifen, dass da ein zweibeiniges, riesiges Monster an seinem Sonnenplätzchen rüttelte, aber dann brachte es sich mit einem Hechtsprung in die Sicherheit des Blätterdickichts - unmittelbar verfolgt von der Schlange! Zornnattern sind extrem flinke Jäger, und duch meine idiotische Aktion hatte ich meinen Schützling - der keine Ahnung hatte, dass überhaupt eine Schlange auf ihn lauerte - vermutlich erst recht ins Verderben gestürzt. Um ehrlich zu sein, ich habe keine Ahnung, wie das Drama im dichten Gebüsch ausging. Jägerin und Gejagte verschwanden gleichzeitig unter lautem Geraschel, dann war es still; ich hörte nicht das geringste Geräusch, das auf einen Kampf hingedeutet hätte (was nicht bedeuten muss, dass die Smaragdeidechse entkam). Als ich etwa eine Stunde später zu der Heckenkirsche zurückkam, entdeckte ich ein grosses Smaragdeidechsenännchen, von dem ich mir (fast) sicher bin, dass es dasjenige war, das ich zu retten versucht hatte. Es bewegte sich nicht, als ich mich ihm näherte, und war entweder vor Angst komplett gelähmt (bzw. vor Schock, nachdem es nur knapp dem Tod entronnen war), oder es verliess sich einfach auf seine Tarnung (was für die Art nicht untypisch ist), in der Hoffnung, ich würde es nicht sehen. Auf jeden Fall ermöglichte es mir die besten Nah- und sogar Makroaufnahmen, die ich je von einer Smaragdeidechse machen konnte (wer Interesse hat, findet die besten Fotos hier ). Natürlich rede ich mir bis heute ein, dass Herr Smaragdeidechse aus Dankbarkeit so für mich posiert hat ;-) Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Die Westliche Smaragdeidechse: Beschreibung Der Jungen

    Junge Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) mit braunem Rücken und gelbgrüner Unterseite Junge westliche Smaragdeidechsen (Lacerta bilineata) sind in der Regel braun, wobei die untere Gesichtspartie sowie Brust- und Bauchbereich gelbgrün sind. Mit dieser Färbung sind sie hervorragend getarnt, besonders im Gebüsch zwischen Blättern, wo sich die Reptilien während der ersten Monate nach dem Schlüpfen bevorzugt aufhalten. Junge Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), gut getarnt in einem Strauch Als adoleszente und subadulte Tiere entwickeln sie innerhalb eines Jahres helle Linien an beiden Flanken, welche auch gepunktet sein können. Der lateinische Name der Art - Lacerta bilineata - bezieht sich auf dieses Farbmuster und bedeutet "Eidechse mit zwei Linien". Junge Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) beim Sonnenbad auf einem Stein, die typischen zwei Linien auf dem Rücken und die Flecken sind gut sichtbar Diese weissen Linien treten oft in Kombination mit schwarzen Flecken auf, bevor nach und nach das für erwachsene Männchen oder erwachsene Weibchen typische Farbmuster erscheint, welches nach 1.5 - 2 Jahren dominiert. Mit ca. 2 Jahren sind Westliche Smaragdeidechsen erwachsen und geschlechtsreif. Eine detailliertere Beschreibung der Spezies Lacerta bilineata mit viel mehr Fotos finden Sie hier . Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Die Westliche Smaragdeidechse: Beschreibung Der Weibchen

    Weibchen der Westlichen Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) beim Sonnenbaden Bei Westlichen Smaragdeidechsen (Lacerta bilineata) sind die Weibchen in der Regel etwas kleiner als die Männchen und die Farbmuster viel variantenreicher. Sie erreichen zwischen 25-35 cm Körperlänge, wobei der Schwanz etwa doppelt so lang ist, wie der Körper. Kopf und Rumpf der weiblichen Tiere sind etwas schmaler als bei männlichen Tieren. Smaragdeidechsen, Männchen (mit blauem Kopf) und Weibchen (mit türkisem Kopf) beim Aufwärmen auf einem Stein Im Gegensatz zu den Männchen , gibt es beim Aussehen der Weibchen grosse Unterschiede. Besonders die Farben und Farbmuster variieren stark. Die Färbung reicht von braun bis dunkelgrün und von hellgrün bis hin zu smaragdgrün, türkis und blau. Auch Varianten, die fast identisch wie Männchen aussehen, sind möglich. Weibchen der Smaragdeidechse (Laceta bilineata), die Färbung ist hier sehr ähnlich wie bei männlichen Tieren Die Rückenmuster der Weibchen sind sehr unterschiedlich und können sowohl einheitlich gefärbt wie auch gefleckt oder gestreift sein. Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), Weibchen mit eher seltener Färbung und ungewöhnlichem Schuppenmuster Nachfolgend ein paar weitere Beispielbilder von weiblichen Smaragdeidechsen; eine noch genauere Beschreibug der Art Lacerta bilineata sowie eine grössere Anzahl von Beispielfotos für die unterschiedliche Morphologie der Weibchen finden Sie hier . Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

  • Die Westliche Smaragdeidechse: Beschreibung Der Männchen

    Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), Männchen mit dem für die Art typischen blauen Kopf Bei Westlichen Smaragdeidechsen (Lacerta bilineata) haben die Männchen normalerweise eine auffällig gelblich-grüne bis smaragdgrüne Farbe. Der Rücken ist durchsetzt mit schwarzen Punkten. Der Bauch ist gelb bis gelbgrün; das Gesicht blaugrün bis blau, wobei sämtliche Farben während der Paarungszeit viel intensiver sind. Männchen der Westlichen Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) mit typischer Färbung während der Paarungszeit; der Körper ist intensiv smaragdgrün und der Kopf leuchtend blau Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), Männchen mit gelbem Bauch und blauem Kopf Insbesondere Kopf/Gesicht sind im Hochzeitskleid während der Monate Mai bis Juni oftmals leuchtend blau. Adulte Tiere erreichen Körperlängen (inkl. Schwanz) von 30-45cm. Der Schwanz ist meist etwa doppelt so lang, wie der Körper. Die Männchen sind ein wenig grösser als die Weibchen , mit einem etwas breiteren Kopf und Körper. Eine detailliertere Beschreibung der Westlichen Smaragdeidechse mit viel mehr Fotos finden Sie hier . Falls Sie Interesse haben, finden Sie eine Auswahl meiner besten Tier- und Naturfotos hier

Lacerta Bilineata  |  greyjoy7007@gmail.com

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